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26.01.18 - 14:16 Uhr

In Seekirchen schlägt ein Herz


Eine Premiere an sich ist schon etwas Besonderes. Wenn jedoch drei MusikerInnen, die noch dazu Geschwister sind, zum ersten Mal einen gemeinsamen Konzertabend gestalten, dann ist das schon sehr speziell. Nicht minder speziell ist, wenn der Altersschnitt im Publikum das 2- bis 3-fache jenes auf der Bühne beträgt. Kunststück – die Geschwister Moser lenzen irgendwo zwischen 17 und 26.  Wer aber an ein nettes Jungendkonzert dachte, wurde eines Besseren belehrt, eines viel Besseren…

 

Der zur Eröffnung gespielte Pop- und Jazzstandard „Softly, as in a morning Sunrise“ in einem Eigen-Arrangement für Klavier (Lukas Moser), Violine (Florian Moser) und Violoncello (Sarah Moser) machte den Abend klar. Seekirchen hat seinen Kulturschatz soeben um drei Preziosen erweitert.

 

Mit Dvoraks Dumky-Trio (Klaviertrio Nr. 4) ging es dann gleich weiter in die kammermusikalische Ecke. Die drei MusikerInnen bewegten sich so perfekt durch den sechsteiligen Satz, dass man eigentlich nur mitstaunen konnte. Aber da ist noch mehr: Debussy, Haydn, Piazzolla – die Geschwister Moser glänzen nicht nur durch die farbenreiche und bestechende Interpretation, der man sich keine Sekunden entziehen kann, es ist vor allem auch diese mitreißende Leidenschaft und Hingabe, mit der die Künstler in Ihrer Musik versinken. Hinter jedem Ton steht ein Herzschlag, eine Stimmung, die aus jedem Stück viel mehr formt, als es die bloße Partitur jemals könnte. Diese Lebhaftigkeit, die man bei altgedienten Professionisten, ob der eingeschlichenen Gewohnheit, oft vermisst, ist bei Sarah, Lukas und Florian Moser hör- und fühlbar und haben diesen Konzertabend im Emailwerk zu einem grandiosen Erlebnis gemacht.

 

Dem Alter Respekt zollend  muss man vor dem Moser Trio nicht den Hut ziehen, aber ein High five ist das Allermindeste. Niemand im Publikum, der bei Werner Pirchners „Unfassbar“ oder „Primavera Porteño“ aus Piazzollas „Vier Jahreszeiten in Buenos Aires“ keine Pulsschwankungen verspürt hätte.

 

Das Herz schlägt eben mit.

(mw)











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