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11.06.10 - 09:43 Uhr

The Men in Black


...und der Herr sah, dass es gut war. Und er schenkte der Herrenformation StimmLos viele glückliche Jahre. 15 waren es bisher. Und auch wenn die Herren Ihr steigendes Alter oft zum Thema machten, es dürften noch einige werden. Entertainment hält ja bekanntlich jung.

 

StimmLos ist, wenngleich mit Engelszungen gesegnet, keine reinrassige Vokalformation (mehr). Mann plaudert mit dem Publikum, Mann redet über alte Zeiten und neue Ideen, Mann duelliert sich mit rhetorisch fein geschliffener Klinge oder einer Axt – je nach Bedarf.

 

Der anschließende Vokalakt dient zur Beweisführung des verbal Angekündigten. Das geschlürfte Badewasser bettet das darin liegende Publikum in wohliges Erinnern mit gemütlichem Ahhhhhh – das waren noch Zeiten!

Auch der grüne Kaktus ist vor dem geistigen Auge seit damals keinen Zentimeter gewachsen. Nostalgie a la SimmLos – zeitlich unantastbar wie der schwarze Anzug. Dann eine russische Nummer: weder gefährlich noch anzüglich. Tieftrauriges Männerweinen Marke Novosibirsk gefolgt von einem oralen russischen Praktikum. Ein wenig anzüglich vielleicht. Die Groupies toben. Die hüftschwingende Küchenschabe schlägt Wellen im Bäuchlein, beiderseits der Bühne. Und während der Barber shoppen geht – eine aufblitzende Neuheit: Good Vibrations klingen über die Häupter. Die Hälse recken sich einer geradezu waghalsigen Choreographie entgegen – Groupies brüllen sich heiser, StimmLos bleibt gut gekühlt in der schwarzen Fassung. Die Beach Boys haben ihre Erben gefunden.

Samtweich, mit leichter Barolonote, bewegt sich der Kriminaltango über das Parkett – ein Foto von den Bee Gees flimmert auf. Gottlob ein Irrtum, mit acht Gibb Brüdern in der Vergangenheit wäre Schnulzenromantik heute verfassungsmäßig verankert. Es sind die Stimmlosen von vor irgendwann. Haarige Angelegenheit.

Noch eine Neuheit! Keine Geringeren als die Housemartins, die vielgeliebten. Die jüngere Generation hält den Atem an – Erinnerungen an die ersten Umarmungen auf der Parkbank klammern sich warm um den Bauch. Ein Sakrileg die vier Bubenstimmen in die Kehlen der sieben Midlifer zu legen? Nein – die Karawane der Liebe zieht zärtlich und voller Herz über die Bühne und weiter in den Abend. Die Stimmlosen ziehen mit geschmeidigen Stimmbändern hinterher. Und der Herr sah dass es gut war. Ein rundes, heiteres und beherztes Querbeet. Das Publikum: zufrieden, selig, geborgen in 15 Jahren, gut behütet von den Men in Black.

(mw)

 

 











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