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10.11.09 - 15:37 Uhr

Evolution Aufregend.


Veränderung ist nicht unbedingt jene Tugend mit der größten Anhängerschaft. Wir schleifen gern geradezu exzessiv an den Details liebgewordener Gewohnheiten, bevor wir uns echtem Neuland hingeben. Dass der Hang zum Altvorderen kein Dogma sein muss, bewiesen die sieben Sänger von StimmLos am 7. November im Emailwerk.

 

Wenn die Formation, die seit vielen Jahren miteinander auftritt und mit Barbershop-Stücken und tendenziell humoristischer Literatur viele großartige Erfolge gefeiert hat, sich auf unentdecktes Land begibt, dann steht das für künstlerischen Mut, an dem es in diesem Land oftmals entschieden mangelt. Und dann noch Schubert – als ob es nicht leichter ginge. Und Beatles – die jeder kennt, jeder im Kopf hat, vergleichender Weise. Na hallo, dagegen nehmen sich die Herausforderungen an Germanys Next Topmodel direkt bescheiden aus.

Also – großes Kompliment an die Herren. Für einen Abend, der es an schwierigen Stücken und ganz neuen Beatles-Ansichten nicht missen ließ. Melancholischer hat man die Winterreise noch nicht gehört, vielstimmiger und komplexer die Beatles auch noch nicht. Nix mehr mit Pop. Vokalkunst der Oberliga, 7 Plus auf der nach oben offenen Lauscheskala.

Das Stammpublikum erlebte Stimmlos mal ganz anders. Konnte mitverfolgen, wie sieben gelernte Entertainer ihre inwendige Seite präsentieren, die Spannung erleben, wenn man die Tasten eines neuen Klaviers zum ersten Mal bespielt. So geht Kunst unter die Haut. So soll es sein.

 

Für die Zugaben legt man den Schalter wieder in Richtung Durchzug. Zwei Nummern von bekannten Ufern in perfekter Stimmlos-Manier. Wände und Publikum beben. Ebenso der „g’schupfte Ferdl“. Alles in allem – ein sehr aufregender Abend. Gleichermaßen auf der Bühne wie davor. Wofür man Gruppen wie Stimmlos auf den Knien danken muss ist – Perspektive. Die Aussicht, beim nächsten Mal auch ein nächstes Mal zu bekommen. Und nicht Lauwarmes vom letzten Mal. Da kannst nur eines sagen – weiter so. Mehr!

(mw)

 











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