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03.02.18 - 10:30 Uhr

Klänge zwischen Herz und Herz


Der jüdische Klezmer ist ebenso wenig leicht einzuordnen wie die österreichische Volksmusik. Wenn zwei tolle Musiker wie Georg Winkler und Hubert Kellerer, die den Klezmer im Blut haben, sich einen Abend lang mit ihm in all seinen Spielarten auseinandersetzen, wird es noch schwieriger.

 

Auf der Suche nach den Anleihen aus der alten jüdischen Volksmusik werden sie beinahe überall fündig. Selbst Stravinsky, der sich bei der Komposition seiner ‚Drei Stücke Für Klarinette‘ vermutlich nicht als waschechter Klezmorim fühlte, hinterließ in seinen Stücken genügend Fingerabdrücke, die seine Herkunft widerspiegelten. In jedem Fall genügend für Winkler und Kellerer. Zwischen Akkordeon und Klarinette lassen die beiden Künstler einen Raum des Klezmer entstehen, wie er vielfältiger und bezaubernder nicht sein könnte. Alleine an Hand der einleitenden Sätze von Bloch und Schulhoff demonstriert das Duo, dass der Klezmer gerne und ständig aus der Reihe tanzt. Einmal herzergreifend romantisch, einmal humorvoll und frech, gleich darauf beschwingt bis ins Ekstatische hinein. Der Vielfalt zum Trotz – immer scheint es, oder liegt es an der überaus seelischen Interpretation der beiden großartigen Musiker, dass auch in den lebhaften und mitreißenden Stücken, ganz weit hinten immer eine winzige Ahnung von Traurigkeit mitschwingt. Oder ist es die, für jene die ganz genau hinhören fühlbare, feinstoffliche Trauer eines Volkes, die sich im Lauf der Jahrhunderte in winzigen Dosen im Klezmer manifestiert hat? Schließlich gehen die Wurzeln des Klezmer zurück bis kurz nach der ersten Jahrtausendwende. Wie dem auch sei – der Untertitel ‚Gefühlte Klangmalerei‘ ist für diesen Abend sehr passend gewählt. Und man könnte sich für diese Berufung keine anderen auf der Bühne vorstellen, als Georg Winkler und Hubert Kellerer.

(mw)











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