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15.10.05 - 14:14 Uhr

Klänge in Bewegung


Es rotierte, es vibrierte, zitterte, rollte und zerrte. Gerhard Laber, Schlagzeuger und einer der größten heimischen Ton- und Klangkünstler ließ in seiner neuen Video- und Klangperformance mit dem Titel “16! 33!! 45!!! 78!!!! +1 - project karambolage” vor den Augen und Ohren der Zuschauer ein ganzes Klanguniversum entstehen. Zusammen mit dem Filmemacher Hermann Peseckas entführte er das Publikum im Emailwerk im Rahmen der Uraufführung in das Wunderland der bewegten Klänge. Eine Paraphrase an die eilige Welt.

 

Videoprojektionen, eine Vielzahl umfunktionierter Plattenteller, bizarre, selbsterfundene Klangkörper, Bleche, Dosen, Bälle, Federn, Schrauben und im Zentrum ein virtuos agierender Gerhard Laber. Mit bedächtig wirkenden Bewegungen baut er Luftschlösser aus Tönen, zaubert klingende Bilder in den Raum, um sie gleich darauf mit anderen Tönen zu übermalen. Die Zuschauer verfolgen gebannt, wie er sich der Unzahl geräuschproduzierender Werkzeuge bedient, von denen er umgeben, ja regelrecht eingeschlossen ist. Und nur der gekonnten Videounterstützung von Hermann Peseckas ist es zu verdanken, dass das Publikum einigermaßen verfolgen konnte, an welcher Schraube Laber gerade drehte, welcher Ball gerade auf welchen Plattenteller gekommen ist um eine fragile Komposition um eine weitere Nuance zu bereichern. Laber entpuppt sich während der Uraufführung im Emailwerk nicht nur als Meister der Klänge, sondern auch als kleines handwerkliches Genie. Jeder perfekte Baumarkt-Selfmademan würde Angesicht der komplizierten technischen Konstruktionen, die Laber allesamt selbst erschaffen hat, vor Neid erblassen. Es ist nicht verwunderlich, dass er an der verwinkelten Symbiose von Hardware und Elektronik und natürlich an der Komposition selbst, zwei Jahre arbeitete.

Labers Performance widmet sich, passend zum Jahresthema des Kulturvereins Kunstbox, der ZEIT. Mit seinen Klängen und Geräuschen begibt er sich auf die Suche nach Langsamkeit und Entschleunigung und erreicht dieses Ziel indem er aus unzähligen kleinen Bausteinen ein beruhigend fließendes Gesamtkunstwerk entstehen lässt.

 











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