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05.12.06 - 13:37 Uhr

Könnte komisch sein…


1. Dezember, 20:00 Uhr, Emailwerk Seekirchen. Auf dem Programm steht „Dr. Zimmermanns Lösung“. Eine Kooperation zwischen den Blauen Hunden / Wolf Junger und cieLaroque / Helene Weinzierl. Wer die Gruppe „Blaue Hunde“ kennt, weiß es geht um Darsteller mit Handicap. Wer sie nicht kennt, hätte es vielleicht erraten, vielleicht aber auch nicht. So stellt sich für jeden Einzelnen die Frage, ob es eine Rolle spielt.

 

Das Stück ist nicht komisch. Ganz und gar nicht. Denkt man sich den ersten Teil - die Schamanensitzung - weg, dann bleibt eine schwarze Weste. Ein Ehemann, dem seine Frau eine Last ist (wenn sie nicht gerade mit dem zukünftigen Schwiegervater der Tochter fremd geht). Ein Vater, der der Angst erliegt, sein Sohn könnte schwul sein. Und ein Vater, der alles geben würde, heiratete seine Tochter nicht diesen Idioten.

 

Aber dank eben dieses schamanistischen Starts ist es satirisch angehaucht. Dem Mann wurden ja bei dieser Sitzung ein paar Gehirnwindungen ausgerenkt, er kann ja nichts dafür. So wird die Sache mit dem schwulen Sohn ziemlich witzig und die bevorstehende Ehe der Tochter mit einem Versager zum humoristischen Klassiker.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch! Es wird nicht lustig, aber dank der entschuldigenden Einführung erhält ein tiefschwarzes Stück eine ironisch-satirische Seite, nicht zuletzt auch aufgrund der immer wieder auftretenden Tierstimmen in Dr. Zimmermanns Kopf.

Die Darsteller? Denen geht es ähnlich. Ob sie lustig erscheinen oder einen betreten-traurigen Eindruck hinterlassen, ist letztendlich von winzig kleinen Details abhängig. Ein Pippifax am Anfang hat entschieden, wie eine Geschichte verläuft. Im Stück wie in der Realität.

Wie auch immer, Dr. Zimmermanns Lösung ist eine wundervoll vielseitige Geschichte mit vielen lachenden und weinenden Augen. Ich habe die Protagonisten Alexander Dick, Erich Rudolf und Stefan Wartbichler, als regelrecht in ihre Vorstellung eingeschweißt empfunden. Eben nicht als Schauspieler, sondern ganz intensiv mittendrin. Ich denke, das ist im Grunde, was gutes Theater ausmacht.

(mw)

 











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