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09.12.06 - 17:10 Uhr

Wieder zum Kind geworden…


…wenn auch bedauerlicherweise nur für diese wundervollen eineinhalb Stunden, in denen DER FEUERVOGEL seine Schwingen ausbreitete, Augen und Ohren von Kleinkind und Greisin in seine faszinierende Fantasiewelt sog und erst nach dem Endapplaus wieder frei gab.

 

Selten gibt es eine Inszenierung - hinter dem harmlosen Gemeinplatz „Russisches Volksmärchen für die ganze Familie“ verborgen - welche in der Lage ist, vom ersten Moment an, von Fabelwesen und Fantasiegestalten getragen, zurück in die Zauberwelt der Kindheit zu entführen.

 

Regisseur Reinhold Tritscher versteht es erneut, mit unnachahmlicher Sensibilität und originellen Inszenierungseinfällen ein wunderschönes Stück Theater der Fantasie zu schaffen, das seinesgleichen sucht. Das gesamte Stück wird in gefühlvoller Weise mit verschiedensten Streich- und Percussionsinstrumenten live begleitet. Lebendigkeit und Authentizität des russischen Märchens wird musikalisch untermalt wundervoll zur Geltung gebracht: Musik und Schauspiel fließen untrennbar ineinander.

 

Klar definiert sind die teilweise archaischen Gestalten dieses russischen Märchens DER FEUERVOGEL: Da die Guten: der Vater Dimitri, dem von einem Wirbelsturm seine geliebte Tochter Jelena entrissen wird, der etwas tollpatschige, aber immer liebenswerte Ivan ohne Angst und der Feuervogel selbst, der sein Geheimnis erst am Ende des Stückes lüftet.

 

Am bösen Gegenpol allen voran der Furcht einflössende Katschei, der mit seinen dunklen Helfern, dem Frostkracher, dem Drachenwärter Tschudo Judo und den Spiegelrittern seine, in einem verborgenen Ei aufbewahrte, Unsterblichkeit verteidigen möchte.

 

Trotz martialischen Szenen und schicksalsschwerer Handlung gibt es für das Auditorium auch genug zu lachen, und die Zuschauer werden in ein Wechselbad von feinem Humor und spannendem Gruseln gestürzt.

 

Mein Bedauern gilt jedem Einzelnen, der den Feuervogel nicht durch die Lüfte gleiten sah…

(vf)

 











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