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20.04.07 - 17:08 Uhr

Gute Musik von guten MusikerInnen ist einfach erhebend


Dieses Mal gibt es keine Fachsimpelei über Instrumente, Stilrichtungen oder die Finesse der Künstler. Stellen Sie sich einfach vor, Sie verbringen einen wundervollen Abend mit netten Leuten und hören wirklich gute Musik, die so richtig Stimmung macht. So gestern im Emailwerk geschehen – dank der Resonanz Stanonczi.

 

Zugegeben, ganz ohne (fach)simpeln geht’s nicht. An irgendetwas will eine Besprechung ja festgemacht sein. Aber wo anfangen?

Am besten beim Augenscheinlichsten: Die Formation „Die Resonanz Stanonczi“ ist um einen Typ reicher. Der Braunauer Norbert Asen, mit dem Johannes Steiner bereits früher musizierte, ist schon ein kleines Klarinettenwunder für sich. Aber was sich nun innerhalb der Gruppe wortwörtlich abspielt, ist das Schlaraffenland für Verhaltensforscher. Da wird Versteck gespielt, gequatscht, diskutiert und vokal gestikuliert, bis in der Luft nicht mehr der leiseste Ton Platz hat. Die orientalischen Taktungen wirken wie Triebwerke für gute Laune. Steiners diatonische Harmonika bildet in vielen Stücken den fliegenden(?) Klangteppich, in den Amy Denio (Sax, Vokal, Klarinette), Robert Kainar (Perkussion) und Norbert Asen (Klarinette, Chalumeau) ihre Muster einweben. Die Genialität dabei ist, dass trotzdem jeder Musiker irgendwie seine eigene Knüpftechnik hat, am Ende ein hinreißendes Gesamtbild herauskommt.

Bei den wenigen langsamen Stücken war Robert Kainar besonders beeindruckend. Die Sensibilität, mit der er seine Percussion-Instrumente leise und melancholische Passagen begleiten und auch führen lässt, fährt auch unter die dickste Haut – direttissima.

 

Auf Amy Denio fällt der einzige Wermutstropfen dieses Abends: Ihr lebendiges Saxophonspiel ist wie eine (legale) Droge zur akustischen Bewusstseinserweiterung, aber ihre Stimme eben auch. Und die kommt leider vieeeeeel zuwenig zum Einsatz. Was für ein Verbrechen…

Zu Johannes Steiner, der das Publikum charmant durch den Abend führte, braucht es ob seiner künstlerischen Fertigkeiten keine weiteren Ausführungen – er ist schlicht brillant. Nur auf ein Wort: Johannes, die Geschichte mit der Palme könnte ein zweites Kapitel vertragen. Du weißt ja, wer euch gesehen hat, kommt wieder...

Es ward schon oft gelesen, aber hilft nicht: Es war ein sehr schöner und lebendiger Abend mit wundervoller Musik und tollen Menschen. Hoffentlich bald wieder.

(mw)

 











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