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14.05.07 - 09:35 Uhr

Körperhören


Musik macht immer irgendwie Laune. Gute Laune, schlechte Laune, beruhigt, regt auf… Musik hören und dabei nichts empfinden geht genauso wenig wie mit Körpersprache nichts sagen. Triotonic hat sich offenbar dem Körperlichen verschrieben. Die Musik des Trios, das am 11. Mai im Emailwerk gastierte, stellte eine direkte Verbindung zwischen Ohr und Bauch her.

 

Eine gute Basis für eine Rezension ist natürlich, nach dem Konzert mit dem Publikum zu sprechen, zumindest mit Teilen davon. Wenn man dann mit ein paar Besuchern gesprochen hat und in allen Statements zum Abend kommen die Worte Sinnlichkeit, Haut, Körper oder Erotik vor, dann kann man schon ein wenig davon ausgehen, dass Triotonic seine Zuhörer irgendwie berührt hat – rein körperlich.

Der Stil, den die Gruppe aus Piano (Volkhard Iglseder), Bass (Horst Sonntagbauer) und Drums (Bernhard Wittgruber) repräsentiert, ist musikalisch gar nicht so leicht zu beschreiben. Er bewegt sich, organisch gesehen, irgendwo zwischen Hautoberfläche, Magengrube und Schamgegend. Manche behaupteten, sie hätten auch eine gewisse Erregung der Nackenhaare verspürt.

Musikalisch geht’s um vieles einfacher: Triotonic spielt im unbebauten Land zwischen Jazz, Romantik, möglicherweise ein wenig Blues und ein gutes Stück Eigenwilligkeit. Auch rein technisch gesehen sind die drei Musiker Künstler im allerbesten Sinn. Sie „spielen“ mit ihren Instrumenten, finden zusammen wie Bienen und Blüten und transportieren ihre Leidenschaft filterlos zu ihren Kunden. Wenn Triotonic seine musikalische Sinnlichkeit stückweise ins Publikum gleiten lässt, entstehen romantische Bilderwelten. Zum Beispiel jene eines New Yorker Penthouse hoch über dem nächtlichen Manhattan. Zwei Menschen sehen aus einer behaglichen Couch auf die flackernden Lichter der Großstadt. Leise Klaviermusik im Hintergrund drängt alles außerhalb der Scheiben in die Unwirklichkeit.

So in etwa war der Abend…

(mw)

 











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