Kulturverein Kunstbox Seekirchen - Home
NewsProgrammKulturvereinServiceLinksEmailwerk
AktuellArchiv
Archiv
04.06.07 - 15:11 Uhr

„Sind die gut…“


Am 3. Juni gab der Aidija Kammerchor im Emailwerk das letzte Österreichkonzert dieser Tournee, bevor die SängerInnen wieder den langen Heimweg nach Osteuropa, genauer nach Litauen, antraten. Der Titel steht Pate für die Konzertkritik. Jene Zuhörer, die tieferen Bezug zum Chorgesang hatten, und das waren sehr, sehr viele an diesem Abend, konnten einfach nicht umhin, ihrer Seele ein geseufztes – wow, sind die gut – entkommen zu lassen.

 

Wer ein getragenes Programm aus schwermütigen Weisen über lange Winter oder verlorene Lieben erwartet hatte, der verspekulierte sich glatt. Junge, frische, natürliche Gesichter – wenn auch in langen schwarzen, schweren Kleidern – interpretierten in engelhafter Reinheit schwierigste Stücke, u.a. das Alleluia von Pierre Calmelet, arrangierte litausche Volkslieder und ein zeitgenössisches Oratorium von Bronius Kutavičius.

Musikalisch gesehen hat sich der beste Chor Litauens jedwede Stilrichtung, die es für Vokalgesang gibt, untertan gemacht. Auch an diesem Abend waren unterschiedlichste Stücke aus allen Epochen zu hören, von Orlando di Lasso bis Duke Ellington, sozusagen eine vokale Reise durch die Jahrhunderte.

 

Der Höhepunkt des Abends war aber sicherlich das abschließende Oratorium, das sich inhaltlich mit der evolutionären Menschwerdung befasste. Eine spannende und zum Teil auch amüsante Zeitreise vom Steine klopfenden Unhold bis zum aufrecht gehenden, modernen Unhold. So wie dieses Oratorium waren auch einige der vorangegangenen Stücke durchzogen von lebendigen Einlagen und kleinen Choreographien, mit denen die jungen SängerInnen neben ihren großartigen Stimmen auch ihre rhythmischen und schauspielerischen Talente zum Einsatz brachten.

 

Wie nicht anders zu erwarten, diskutierten einige der ZuhörerInnen nach dieser unvergleichlichen Vorstellung, ob nun der Aidija Kammerchor oder der Wiener Kammerchor, der ja ebenfalls vor kurzem im Emailwerk zu hören war, der bessere wäre. Soweit bekannt - ergebnislos. Neu entflammt wird diese Diskussion aber sicher, wenn am 24. Juni der Chorus Sine Nomine mit seinem Auftritt das Triumvirat brillanter Chöre vervollständigt...

(mw)

 











<- Zurück zu: Archiv