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18.06.07 - 14:04 Uhr

KönigInnen des Dschungels


Im indischen Dschungel mag der Panthera tigris König sein – am 15. und 17. Juni im Emailwerk in Seekirchen war es ein Rudel der Gattung Sonus singularis , an dem es kein Vorbeihören gab.

 

Bei den beiden Sommerkonzerten des Vokalensembles Einklang ist das Emailwerk traditionell voll bis unter das Dach. Das diesjährige Programm „Jâñgala“ machte da keine Ausnahme. An zwei ausverkauften Abenden wurde das Publikum mit ausnahmslos neu einstudierten Werken und charmanter Moderation auf das Vortrefflichste unterhalten.

Die SängerInnen unter der musikalischen Leitung von Mag. Arunas Peciulis sind seit jeher für ihre lebhaften und künstlerisch eindrucksvollen Vorstellungen bekannt. In „Jâñgala“ lief die Künstlergruppe wieder zur tonalen Hochform auf.

 

Mit zwei gewichtigen Gospels sorgte die Formation gleich zu Beginn dafür, dass die Zuhörer gerade in den Stühlen saßen. Das war auch nötig um den raffinierten Höhepunkt des Abends ungefiltert aufnehmen zu können: Der achtstimmige Satz von „Hear My Prayer, Oh Lord“ (Henry Purcell) gehört wohl zu den beeindruckendsten Stücken Chorliteratur, die jemals geschrieben wurden.

 

Unmittelbar danach übernahm Percussionist Florian Müller das Tonruder und umschmeichelte die weit geöffneten Ohren des Publikums mit einem bewegenden und komplexen Arrangement, als ob es galt, Purcell ein rhythmisches Gegenstück zu bieten. Müller begleitete Einklang durch das Programm und beeindruckte bei jedem Stück durch seine exakte und unglaublich gefühlvolle Interpretation.

 

Peciulis und seine Gruppe verstanden es, das Publikum keinen Moment loszulassen. Begleitet von einer witzigen und intelligenten Moderation durch Leo Fellinger führten die Protagonisten ihre Adressaten durch beschwingte Brahms-Lieder über einen hitzigen „Boleras Sevillanas“, ein paar amüsante Stücke wie den „Bumerang“ bis hin zum Dschungelblock – dem eigentlichen Namengeber des Abends. Bei “Can You Feel The Love Tonight”, “The Lion Sleeps Tonight” und “The Bare Necessities”, breitete sich wohlige Urwaldatmosphäre im Emailwerk aus.

 

Als markantes Charakteristikum der Einklang Konzerte erwiesen sich einmal mehr die Zugaben. Bei einem mörderisch schnellen „I’m A Train“ (Albert Hammond), wurde das Auditorium noch einmal richtig aufgekocht, um es dann mit einem tonlosen, aber mimisch sehr ausdrucksstarken (und urkomischen) Stück mit dem sinnigen Titel „Fisches Nachtgesang“ in die warme Dschungelnacht entlassen.

(mw)

 

 











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