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25.06.07 - 17:35 Uhr

Consummatum est


Es ist vollbracht und es war einfach großartig. Nach Wiener Kammerchor und Aidija Kammerchor beendete der Chorus Sine Nomine am 24.06., im Rahmen einer Matinee im Emailwerk, eine Trilogie des Staunens und der märchenhaften Schönheit.

 

Gleich vorneweg – es werden keine Vergleiche angestellt und keine Punkte vergeben. Das wäre, als ob man mehrere Rosen aufgrund ihrer Länge beurteilen würde. Wer alle drei Konzerte gehört hat, und derer gab es viele, hat in seinem Herz vielleicht einen Favoriten, aber keinen Sieger.

 

Die 52 Sänger und Sängerinnen des Chorus sine nomine fanden gerade einmal Platz auf der Bühne und füllten so den Raum nicht nur vokal bis in das letzte Eck. Und fast bei jedem Lied bildeten die Künstler eine andere Formation, die den Charakter des Stückes noch einmal unterstreichen sollte. Gleich zu Beginn teilte Chorleiter Johannes Hiemetsberger seine Protagonisten in sage und schreibe 10 Einzelchöre (40 Stimmen) und trieb, mit dem Stück Ecce Beatam Lucem, dem Schreiber dieser Zeilen beinahe Tränen der Ehrfurcht in die Augen. Und es wäre wohl auch nicht Hiemetsberger, hätte sich das Programm mit ein paar beeindruckenden klassischen und klerikalen Werken zufrieden gegeben. Er und seine SängerInnen bewiesen dem Publikum recht beeindruckend, dass ein Chor dieser Größe und Qualität, auch für moderne, schräge und sperrige Stücke bestens geeignet ist. Mahler und Brahms fanden an diesem Vormittag ebenso ihren Platz wie ein ganz besonderes Stück, basierend auf den Texten von Adolf Wölfli, einem an Schizophrenie leidenden Schweizer Künstler, der sich in jahrelangem Klinikaufenthalt eine eigene Sprache angeeignet hat.

 

Das Klangvolumen, das die gut 50 Kehlen im Saal aufblühen ließen, hat es im Emailwerk a cappella noch nicht gegeben und dessen Echo hallte in den Konzertbesuchern noch lange nach. Bleibt nur zu wünschen, dass es den Mitgliedern der Kunstbox auch weiterhin gelingen wird, solche Vokalkapazitäten nach Seekirchen zu bringen.

(mw)

 











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