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02.07.07 - 08:21 Uhr

My body is a thing


Wo sind die Grenzen des Körpers in der Welt? Was unterscheidet ihn von einem Ding? „My body is a thing among things“, sagt der französische Philosoph Merleau-Ponty. Wenn man die Geschichte des Tanzes aus esoterischer Sicht erklären will, dann ist Tanz schlichtweg Bewegung, und somit die Entstehung und auch die Evolution des gesamten Universums ein einziger Tanz (wie in der indischen Mythologie, wo Gott Shiva, Erschaffer des Universums, in einer tänzerischen Pose dargestellt wird). In der heutigen Zeit charakterisiert sich der zeitgenössische Tanz vor allem durch die ewige Suche nach Neuem, Innovativen. Gleichzeitig wird heute der Bühnentanz „weniger tanztechnisch virtuosen“ Performern nicht vorenthalten, und so kommt es, dass der Tanz als künstlerischer Ausdruck wieder seinen Weg zum Einzelnen findet, und Kunst dadurch ihre eigentliche Rolle in der Entwicklung der Menschheit wieder einnimmt, nämlich dem Menschen ein Spiegelbild seiner selbst, seines Körpers, seines Lebens und seines Weltbildes zu vermitteln.

 

So geschehen am 30. Juni 2007 im EmailWerk Seekirchen. Die Besucher und Tänzer tauschten kurzerhand ihre Plätze - das Publikum konnte - diesmal ausnahmweise von der Bühne aus - drei Abschlussarbeiten erleben, von Studentinnen des ORFF- Instituts, einem Teil des Mozarteums, an dem Elementare Musik- und Tanzpädagogik gelehrt wird.

 

Die Tanz-Theater-Performance "Spiel des Lebens", choreographiert und komponiert von Doris Valtiner suchte Antworten auf die Fragen: Ist das Leben ein Spiel? Falls ja, welche Art von Spiel und nach welchen Regeln? Wo ist die individuelle Kippe zwischen Spiel und Ernst? Man konnte manchmal ein Raunen im Publikum vernehmen, wenn wieder eines der getanzten Brettspiele erkannt wurde, dennoch konnten die Zuseher dem feinen Witz und der clownesken Ironie nicht so richtig folgen.

Und das, obwohl sich die Mitwirkenden die Seele aus dem Leib tanzten, oder vielleicht gerade deshalb.

 

Die frischgebackene Absolventin und Choreografin Kordula Möser stellte sich vor, ihre Augen befänden sich in der Fußsohle, die gesamte Wahrnehmung wird über den Fuß, den Schritt hergestellt. In beeindruckender Weise und spielerischer Leichtigkeit nahm sie das begeisterte Publikum mit auf diesen Weg.

 

"In Be(a)tween", ein Wortspiel, dass die Absicht von Eva Bernhard schon erahnen lässt: eine Collage aus Percussion und Tanz zu produzieren. Ihr Herz in beide Genres zu legen, ohne es dabei zu zerreißen. Musik und Tanz zu zwingen, sich zu ergänzen, zu widersprechen, um sich letztlich versöhnlich wieder zu finden. Eva Bernhard gelang das schier Unmögliche, auf der Tanzfläche, an der Marimba, am Schlagwerk.

 

Jede der drei Performances zeigte einen anderen Blick auf die Welt, in einer Sprache, die universell verstanden wird - der Körpersprache.

My body is a thing among things.

(lf)

 

 

 

 

 











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