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26.08.07 - 10:49 Uhr

Neue Genueser Schule


Das dritte Konzert in den diesjährigen A-cappella-Festival o-ton vocal days brachte die Fundamente des Emailwerks zum Beben. Fünf junge Musiker, Absolventen der Musikakademie „Nicolo Pagini“, Virtuosen in Sachen Gesang, Komposition und Percussion, machten einen Stipvisite in Seekirchen am Wallersee. Direkt vom prestigeträchtigsten Jazz-Club in Italien, dem „Blue Note“ in Mailand, wo sie sich als gefeierte Newcomer ihren ersten Ruhm ersangen. Dabei ist Genua eigentlich eine Hochburg des Italienischen Chansons, allem voran die Genueser Schule: Italienische Legenden wie Luigi Tenco, Gino Paoli, Fabrizio De André - ihre Lieder haben sich mit Zeilen wie »Ich habe mich an einem Nachmittag in dich verliebt, an dem ich gerade nichts Besseres zu tun hatte« in die Herzen der Italiener gebrannt. Musik ist der wahre Exportschlager Genuas - und das soll anscheinend auch so bleiben, "Cluster" ist der beste Beweis dafür.

 

Diese fünf Vokalisten haben das Genre a cappella praktisch neu interpretiert und ins neue Jahrtausend übersetzt. Virtuose Stimmbeherrschung, unfassbar dichte Arrangements und Human Beatbox ergeben einen Gesamtsound, dessen großes Klangspektrum und Massivität für den Zuhörer oft schwer nachvollziehbar ist - dafür aber mächtig beeindruckt. Mit einer wundervollen Respektlosigkeit werden Jazzstandards und eigene Kompositionen, Welthits von Abba bis Ichweißnichtwas zu einem Klangteppich verwoben, als hätte jemand gesagt: Nehmt von jeder Musikrichtung das Beste heraus, werft es in einen Cocktailshaker, schüttelt es kräftig durch und spritzt es in die Luft, auf dass es auch den letzen Zweifler im Publikum mit neuem, frischem Klang benetze! Dabei fehlt es den sympathischen Genuesen nicht an Witz und Ironie. Aus den schlechtesten und besten amerikanischen Vorabendserien wurde ein Soundtrack-Medley, das die staunenden Münder des Seekirchner Publikums in schmunzelnde verwandelte. Endgültig eroberten sie aber das Herz des Publikums, als sie eine der Workshop-Teilnehmerinnen der o-ton vocal days auf die Bühne holten und eine Beatbox-Improvisation mit ihr zum Besten gaben.

 

Bleibt nur zu sagen: Wir haben für einen Abend der A-cappella-Zukunft ins Auge geblickt - schön, dass es sie gibt.

(lf)

 

 











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