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21.10.07 - 09:46 Uhr

„Und das ist das Rathaus“


Dass es im Zwergenland eine Mine gibt, ist für uns „Erwachsene“ ja noch nachvollziehbar. Dass dort aber auch ein Rathaus steht, trifft uns unvorbereitet. Wie so vieles, wenn 24 Jugendliche ans Werk gehen und dabei ganz ohne „Erwachsene“ auskommen. Im Rahmen des Kunstbox-Projekts „Kunst/Raum/Natur“ leiteten die beiden LandArt-Künstler Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek aus Hannover einen Workshop mit SchülerInnen aus der 1. bis zur 8. Klasse des Gymnasiums Seekirchen im Wenger Moor. Das Ergebnis: bewegend, aufregend, ästhetisch und voller Geschichten.

 

Einen Sieger in der Altersklasse von 11 bis 18 gibt es in jedem Fall: Das Wenger Moor. Dieses Stück Naturidylle ist seit dem 16. Oktober kurzzeitig um ein paar augenschmausende Attraktionen reicher. Beim abschließenden Rundgang, bei dem jedes Team seine Installation vorstellte und über die Beweggründe, die zur Entstehung beitrugen berichtete, lag viel Leichtigkeit und Fantasie in der Luft. Die professionellen LandArt-Künstler Buntrock und Nordiek nahmen ihren Seminarkünstlern jegliche Scheu, ihr kreatives Potenzial nicht nur umzusetzen, sondern auch ganz frei darüber zu reden. Und plötzlich wird man als „Erwachsener“ angesichts der gefühlvollen Überlegungen und subtilen Hintergründe ganz klein. Vor Anerkennung und – ja auch ein bisserl Neid.

Die Gruppe trabt von einer Installation zur nächsten, jede wird begutachtet, es werden Geschichten erzählt, beileibe nicht nur zur Werdung des Werkes selbst, sondern auch allerlei Nähkästchengeplauder über das, was sich im Team so abgespielt hat. Schließlich hat man ja drei Tage, zwar nicht auf engem Raum, aber doch in enger Zusammenarbeit, miteinander verbracht. Und das in einer Jahrgangsphase, in der sich Jungs und Mädels durchaus ordentlich aneinander reiben können – bildlich gesprochen natürlich. Es ist eben alles ein bisschen lebhafter. Genauso, sind auch die Arbeiten ausgefallen. Ein herrliches Bett unter einem Baldachin aus Herbstlaub, ein Drachenmaul über dem Wasser, eine Zwergenstadt mit erwähntem Rathaus, eine Collage aus Herbstfarben zwischen Baumwurzeln, ein geheimnisvolles Tor (geht nur durch, ihr werdet schon sehen, wohin euch das bringt), eine Konstruktion von Ebenen und Dächern um ein beschütztes Nest, ein Wall aus symmetrischen Zweigen mit einem Moosteppich, eine sehr beruhigend wirkende Wasserschnecke. ..

 

Schön das alles gesehen zu haben.

(mw)

 

 

 

Der LandArt-Workshop wurde in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Seekirchen durchgeführt und vom Raika Schulsponsoring mitfinanziert. Wir danken Frau Direktor Annemarie Seethaler, Frau Prof. Silvia Klaffenböck und allen begleitenden Lehrpersonen für die unbürokratische Abwicklung, aber allen voran den SchülerInnen, die trotz widriger Wetterumstände am letzten Tag bis zur letzten Minute mit Feuereifer bei der Sache waren.

(Verena Fellinger)

 

 

 

 











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