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22.10.07 - 09:42 Uhr

Die Kraft der Schöpfung


Am Sonntagabend ging der vorletzte Teil der KunstBox-Veranstaltungsreihe Kunst|Raum|Natur zu Ende. Vierundzwanzig Menschen füllten Teile des Wenger Moors mit Natur-Kunstwerken unter der fachkundigen und sensiblen Anleitung von Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek, beide Landart-Kunstschaffende aus Hannover, bekannt unter dem Namen Atelier Landart.

 

Die kreative Kraft des Menschen in Resonanz zu setzen zu den Gestaltungskräften der Natur, war der Sinn dieses Projektes. Doch es ging um mehr als nur das Erfassen der Natur in ihrer Schönheit, in ihrer stofflichen Vielfalt. Es ging auch um den Ort, das Wesen des Raumes, seine Ausstrahlung. Denn wenn man einen Ort als lebendiges Wesen begreift ebenso wie einen Baum oder einen Bach, so kann der Mensch mit seiner künstlerischen Aktion in einen wirklichen Austausch treten.

 

Vielleicht hatten die Kälte und der drei Tage andauernde Schneefall dazu beigetragen, dass die vierundzwanzig Workshop-Teilnehmer die Natur auf eine so intensive Weise erlebten - die Arbeiten zeugten von dieser ganz besonderen Stimmung im Wenger Moor. Keines der Kunstwerke glich dem anderen, jeder Teilnehmer hatte sich seinen eigenen Ort gesucht. Einen Wassergarten im Wallerbach, eine Brücke aus Blättern, Lianen, die zu ornamentalen Zöpfen geflochten Baumkrone und Erdreich verbanden, eine scheinbar schwebende rote Blätterspirale oder einen auf dem Weg liegender Kimono aus Blättern und Stengeln - der Vielfalt der menschlichen Kreativität schienen keine Grenzen gesetzt zu sein. Einer der teilnehmenden Künstler erfüllte den Raum über der 180-Grad-Biegung des Wallerbaches mit einer schwebenden Konstruktion Schwertlilienblättern: leicht und monumental, kühn und zurückhaltend, das Spiegelbild tief in den Bach bohrend.

 

Tritt man einen Schritt zurück, ist nichts von alledem sichtbar, verschwindet scheinbar in der Schönheit der Schöpfung, oder ohne religiöses Pathos ausgedrückt, in der Schönheit der Natur. Doch wenn man mit geschärftem Blick und mit dem Verständnis für die Natur und das Wesen der Natur auf Wanderschaft geht, sensibilisiert von Zeit und Raum, von Licht und Schatten, von Wetter und Klima und von Tages- und Jahreszeiten, sieht man sie: die vielen kleinen Schönheiten, von Menschenhand und schöpferischer Kraft geformt. (lf)

 

 

Besonderer Dank gilt bei diesem Projekt auch der Naturschutzbehörde des Landes Salzburg sowie den Grundbesitzern im Wenger Moor, die dieses Projekt durch ihr Verständnis und ihre Zustimmung erst ermöglicht haben.

 











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