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13.03.08 - 13:51 Uhr

Freunde sind MEHR wert als Gold


Das Figurentheater Rabe Socke „Alles meins“ nach dem Bilderbuch von Annet Rudolph und Nele Moost , gespielt von Josefine Merkatz (ja – die Tochter des gleichnamigen...) bedarf im Grunde keiner Besprechung. Es geht um jene Art „Sünden“, mit denen Kinder als erster konfrontiert werden und mit denen sie meist spielerisch lernen, umzugehen. Es geht um Habgier und Neid und die Erkenntnis, dass der Lohn für beides letztendlich die Einsamkeit ist.

 

Ja, ja, liebe Eltern, ihr wisst das, eure Kleinen lernen es, bleibt die Frage, warum sind dann so viele von uns einsam? Warum hört der aufmerksame Sandkastenlauscher eine aufgeregte Mutter, die ihrem zweijährigen Mädchen gerade eintrichtert, sie solle ihre Puppe „zurückholen“, auch wenn sie sie gerade hundertmal nicht braucht? Wieso bekommen bierbäuchige Väter reihenweise rote Köpfe, wenn der undankbare Spross auf dem Spielfeld nicht nach allem giert, was Ähnlichkeit mit einem Ball hat?

Zugegeben, Rabe Socke hat es leichter. Nachdem er jeden seiner Freunde mit Bauernschläue gelinkt hat (sein Vater wäre stolz auf ihn) und deren Lieblingsspielzeuge in seinem Nest hortete, dämmerte ihm, dass etwas nicht stimmt. Alles rundherum spielte und amüsierte sich und er war – allein.

 

Aber wie gesagt, Socke hat es leichter, er bekommt Hilfe und einen klitzekleinen Denkanstoß. Denn plötzlich kreischen, toben und brüllen alle Kinder im Saal (es waren so um die 100), „ZURÜCKGEBEN“ und gleich noch mal, damit es wirklich sitzt „ZURÜCKGEBEN“. Es ist so einfach, solange man sicher weiß, dass Freunde mehr wert sind...

 

Spannend und bewegend wurde das Stück, weil eine rastlose und temperamentvolle Josefine Merkatz jeder Figur, egal ob Rabe, Eule, Igel oder Wildschwein, eine ganz eigene Persönlichkeit verlieh. Der eine krächzte und war hektisch, der andere brummte phlegmatisch, die dritte schuhuute irgendwo in den Bäumen herum. Dahinter huschte eine entfesselte Merkatz zwischen den Schauplätzen hin und her. Mal sprach sie als Rabe, mal als Wildschwein und dazwischen direkt mit den Kindern, die mit aufgeregten Gesichtern vor der Bühne saßen. So entstand auf einem bezaubernden, gerade mal zwei Meter breiten Bühnenbild, eine sinnige Geschichte mit einem Publikum, das intuitiv das Richtige tut und so alles zu einem Happy End bringt.

 

Ja, ja, liebe Eltern, genau so einfach könnte es sein.

(mw)

 











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