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13.03.08 - 18:56 Uhr

Ach, du Schei...


Wer kennt es nicht, das Gefühl wenn einem auf den Kopf gesch... wird. Der arme Maulwurf Yussuf macht diese Erfahrung eine Spur zu gegenständlich, zumindest für seinen Geschmack.

 

Das Kindertheater „Der Maulwurf“, nach dem Buch von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch, mit Josefine Merkatz und Maulwurf Yussuf in den Hauptrollen, das am 13. März im Emailwerk Seekirchen stattfand, erzählte davon, dass nicht alles Gute von oben kommt.

 

Yussuf könnte einem Leid tun. Kaum reckt er sein Haupt erhobener Weise aus dem Erdreich, wird es auch schon warm und schwer auf demselben. Das darf doch nicht wahr sein. Aber statt sich über einen beschi...Tag zu beschweren, begeben sich Yussuf und seine Freundin auf tierisch hinterteilige Spurensuche, um den Urheber des stinkenden Übels zu ermitteln. Die anrüchigste und braunste Detektivgeschichte, die jemals über eine Bühne ging, nimmt ihren Lauf...

 

Ob Kinder oder Erwachsene mehr gelacht haben, bleibt offen. Stellenweise schien es, als ob Merkatz’ witzige Darstellung der animalischen Geschäfte den anwesenden Müttern und Vätern noch mehr ans Zwerchfell ging, als der kichernden Kinderschar, die sich im Emailwerk wieder bodendeckend eingefunden hatte.

 

Die Vielzahl der Tiere, denen Yussuf auf der Suche nach dem richtigen Häufchen begegnete und die hinreißend komische Weise, wie sie allesamt Aa-hten, hatte beinahe schon dokumentarischen Charakter.

Wohl keiner der Knirpse, die dem Biologieunterricht an diesem Nachmittag gefolgt sind (und sie waren alle voll bei der Sache), der am Heimweg nicht in der Lage gewesen wäre, Papa bei jedem Häufchen am Wegesrand über dessen Urheber aufzuklären. Vogel, Ziege, Kuh, Schwein, Hase, Pferd, alle durften einmal zeigen, was in ihnen steckt. Natürlich nur, um Yussuf zu beweisen, dass sie es nicht waren, die ihm hinterrücks – oder besser kopfüber – was aufs Dach gesetzt hatten.

 

Josefine Merkatz spielt im Stück die ganze Bandbreite ihres stimmlichen Potenzials aus und jettet von Tier zu Tier, von Pointe zu Pointe und natürlich von Würschterl zu Würschterl. Dabei wird nicht nur die Gebärdensprache während des Entstehungsprozesses genau beleuchtet, sondern ebenso Optik, Konsistenz, Haptik und natürlich auch die olfaktorischen Eigenheiten des jeweiligen Endproduktes. Alles in allem - sehr lehrreich!

 

Natürlich wird der Schöpfer von Yussufs unfreiwilliger Kopfbedeckung letztendlich ausfindig und dingfest gemacht. Es war kein geringerer als Hans-Heinrich, der Metzgerhund, der Yussuf kurzerhand übersehen hatte. Aber wie heißt es so schön: Auge um Auge und...

(mw)

 

 











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