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30.06.08 - 13:41 Uhr

Im Schrebergarten der Sinne


Seit Bestehen des Emailwerks ist kein Jahr vergangen, in dem nicht AbsolventInnen des Salzburger ORFF-Institutes (Mozarteum) ihre besten Abschlussarbeiten ins Haus trugen, eine wiederkehrende Werkschau sozusagen, an der man die Entwicklung der verschiedenen Künste gut verfolgen kann: Bewegung, Tanz, Musik, Performance - und die allem zugrunde liegende Kreativität. Dieses Jahr waren die Choreografien von Doris Valtiner, Gertraud Mieser, Rahel Seraina Imbach und Liesa Baumgartner zu sehen, als Draufgabe eine Bodypercussion-Performance, die von Judith Hirsch und Angela Nasall komponiert/choreografiert wurde.

 

Den Auftakt machte "One Breath - Das einzige, was ich weiß, das Du ein- und ausatmest": Sechs TänzerInnen regierten auf das, was sie gegenseitig spürten und hörten - eine Kombination aus Tanztheater und Schauspielerei, verwoben zu einer künstlerischen Untersuchung von starken Emotionen, hin- und her gerissen zwischen Magnetismus und Fremdheit.

 

Als nächstes folgte "Modulo 4", eine Arbeit, in der sich die Ganzheitlichkeit der Orff-Idee wieder findet, mit einer unerhörten tänzerischen Sensibilität, die Musik mehrdimensional erlebbar mit im Raum verteilten Instrumenten und einem Klavierspieler, der die Töne den Eingeweiden des Emailwerks-Pianinos entlockte.

 

Einen Ausflug in den Alltag durfte das Publikum als nächstes mitmachen: "Dialogue au Jardin". Sechs "Gärtnerinnen" überschwemmten die Bühne mit unzähligen Garten-Requisiten, getanzten Heimgärtner-Klischees. Das Bewegungsvokabular ist so bunt gemischt wie die Ausstattung und reicht von komplexen und unverbrauchten Elementen in den Tanz-Szenen bis zu einem revueartigen Stil, der reichlich mit Witz und Parodie gewürzt ist.

 

Nach der Pause folgte "Grün wie mein Schatten", ein Stück mit hochemotionaler Wirkung, das alles der Betonung der Gefühlsebene unterordnet. Mimik und Bewegung sind bis zum letzten Detail perfektioniert, dass einer der Tänzer seinen Part im Rollstuhl ablieferte, war kein billiger Gag. Patrick Berger ist das, was man heute "Menschen mit Handicap" nennt. An ihm wurde Dynamik und Tempo des Stückes am deutlichsten sichtbar.

 

Zur sicht- und hörbaren Freude des Publikums schloss das überaus engagierte Herzblut-Programm dieser jungen Künstler mit einem Bodypercussion-Stück: "Aus zwei mach drei". Die Grundlage bildeten Patterns von Keith Terry, dem Perkussionisten und Rhythm Dancer, der 2006 das 1. Internationale Body Music Performance Project am Orff Institut in Salzburg leitete. Mit eigenem Rhythmusmaterial und neuen Raumanordnungen kombiniert entstand so ein neues Bühnenstück für sieben Spieler/Tänzer.

 

Zugaben zu fordern, wäre angesichts der Schweiß treibenden körperlichen Leistung der Akteure eher unverschämt gewesen, das begeisterte Publikum hätte sich vielleicht doch welche erhofft - oder mit Ringelnatz gesprochen: "...Publikum noch stundenlang..."

(lf)

 











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