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24.11.08 - 11:46 Uhr

Tut doch gar nicht weh


Väter sind manchmal echte Erziehungs-Diabolos. Der oder die Kleine steht vor ihm, die Tränen rinnen, Schluchzen ist zu hören und dann kommt eine sensibel-intelligente Ansage wie „Das tut doch gar nicht weh“. Oder der mitfühlende Klassiker: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und noch weitere emphatische Highlights. Zumeist handelt es sich dabei um dieselben Väter, die beim ersten Anzeichen eines Verdachts, eines möglichen Anflugs eines leichten Schnupfens, wehklagend im Bett verschwinden. Das Theater Strombomboli zeigte im Stück „Ich mach dich gesund sagte der Bär“, dass es anders besser geht, dass Freunde wichtig sind, wenn man krank ist und dass ein Krankenhaus gar nicht so schlimm ist, wenn die Leute, die dort arbeiten, sich für ihre Patienten interessieren.

 

Sich verletzt haben oder krank sein ist nun mal ein scheußliches Gefühl. Für die Kleinen gleich wie für die Großen. Da tut es gut, wenn man von mitfühlenden Eltern und Freunden umgeben ist, nicht von Helden. Als der kleine Tiger krank wird, hält der Bär keine großen Reden, sondern kümmert sich liebevoll um seinen Freund. Schnell jedoch wird klar, dass Hausmittelchen und Kümmern allein nicht helfen. Tiger muss ins Krankenhaus und zwar schnell. Dass der sich bei dem Gedanken gar nicht wohl fühlt, kann jeder nachvollziehen. Und was passiert mit der Tigerente, solange er im Krankenhaus ist? Und was machen die dort mit dem kleinen Tiger? Und ist Tiger dort alleine? Und wer kümmert sich um ihn? Tiger hat Angst.

Aber es hilft nicht – mit viel Trara und Blaulicht geht es ab in die Klinik. Dort warten bereits Arzt und Krankenschwester auf Tiger. Was soll man sagen? Tiger geht es nicht besonders gut, aber alle kümmern sich rührend um den Kleinen. Und bald schon merkt Tiger, dass das Krankenhaus viel weniger schlimm ist, als er gedacht hatte. Und auch das junge Publikum ist erleichtert zu sehen, dass Tiger im Krankenhaus wortwörtlich gut behandelt wird. Da wird dem einen oder anderen auf den Polstern vor der Bühne ein kleiner Stein vom Herz gefallen sein… Schließlich kann es jedem passieren und da war es doch gut zu wissen, dass die Menschen im Krankenhaus gut auf einen acht geben, auch wenn Mama oder Papa der Held, gerade mal nicht da sein können.

(mw)

 











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