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04.05.09 - 11:37 Uhr

Wo wir alle gleich waren


Es heißt, die Wiege der Menschheit, oder wenigstens eine davon, lag in Afrika. Und vielleicht reagieren wir auf Musik und Gesang, die diesem Kontinent entspringen, deswegen so unmittelbar, weil in jedem von uns ein wenig vom Erbgut dieses heißen Erdteils schläft, ständig bereit wieder geweckt zu werden.

 

Die Aufgabe des weckens wurde an diesem Abend von der Rhythmus-Gruppe „Affenbrot“ übernommen. Natürlich kann man nicht pauschal von „afrikanischer Musik“ sprechen, es redet ja auch keiner von europäischer Musik. Und doch scheint den vielen unterschiedlichen Rhythmen und Liedern, die ihren Ursprung in diesem Erdteil haben, eine nahezu unbändige erdige Kraft gemeinsam zu sein. Nicht die manchmal melancholische, manchmal heitere Verspieltheit, wie wir sie von südamerikanischer Folklore kennen, sondern der Ausdruck einer innigen seelischen Verwurzelung mit dem Boden, einer spürbaren körperlichen Stärke.

 

Dieses und kein anderes Gefühl vermittelten die fünf Frauen von Affenbrot bei ihrem Konzert „African Spring Night“ im Emailwerk. Energiereiche, kraftvolle Rhythmen erklangen im Saal und setzten das Publikum in Bewegung. Manchmal laut, manchmal leise, aber immer präsent inszenierten sich auch die Stimmen, die sich in vielen Liedern über die getrommelten Rhythmen aufschwangen um sich von ihnen tragen zu lassen. Großartig aufeinander eingefühlt und mit leidenschaftlicher Hingabe zu ihrer Musik griffen die fünf Musikerinnen und deren zwei Gast-Begleiter nach den afrikanischen Teilen in den europäischen Seelen der wiegenden Zuhörerschaft.

 

Dass sich das Publikum nicht unwiderruflich in den Weiten einer Savanne oder den grünen tiefen eines Urwaldes verlor, lag allein daran, dass die Damen von Affenbrot von Zeit zu Zeit einen rot-weiß-roten Wegweiser, in Form einer kurzen Mundartparodie oder ein paar Takten einheimischer Gangart, in das Programm einbauten.

Von diesen gelegentlichen Rückholprogrammen abgesehen, führte die Formation die ZuhörerInnen im Klang der Percussionsinstrumente, Stimmen und der beiden Begleiter mit afrikanischen Saiteninstrumenten und Flöte, gleich einer tanzenden Prozession immer tiefer in das pulsierende Herz des sogenannten schwarzen Kontinents – dorthin, wo wir alle einmal gleich waren.

(mw)

 











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