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25.09.09 - 11:05 Uhr

Die Szene lebt


Wir zählen die open stage nur noch in Jahren, wobei wir jetzt im vierten wären. Ein mit jungen Menschen gut gefülltes Emailwerk, die sich allesamt untereinander zu kennen schienen – die Kommunikation innerhalb der sozialen Einheit funktioniert offenbar bestens.

 

„Schreibt bitte Chili“ bittet der junge Mann, der gerade seinen Auftritt beendete. „Ich heiße Killian Ofenböck“ aber alle kennen mich als Chili“. Jesus, der Chili zeitweise auf der Bühne begleitete, also nicht im spirituellen Sinn, sondern ganz irdisch als zweiter Sänger, heißt in seinem anderen Leben Michael. Das aber nur der Vollständigkeit halber.

 

Als Chili begann, dauerte es nur einige Augenblicke und alle über 30 Lenze (eine Handvoll halt) dachten sofort an Bob Dylan. Gleiche Stimmlage, gleiche Färbung und dasselbe leicht kehlige Kratzen. Viele der Songs sind tolle Eigenkompositionen, die wirklich Größe haben. Vor einem der Selbstgebrauten kommt noch das kurze Statement „den habe ich gestern abend noch komponiert“ – coole Ansage für das folgende, in Noten gefasste, politische Statement. Ausklingen lässt Chili seinen Auftritt gemeinsam mit Jesus (als Sänger) und ein paar bekannten Nummern wie „Go Down Moses“, „Help“ oder „Don’t Think Twice It’s Alright“, mit dem Chili Meister Dylan noch seine Aufwartung macht. Eine tolle Performance.

 

Die zweite Band spielt in der gleichen Altersklasse, aber in einer anderen Ecke. Mit dem passenden Namen „Rocking Chair“ präsentieren sich die drei Burschen mit selbstbewusstem Punk-Rock und bilden damit den Kontrast zum ersten Auftritt. Jetzt beherrschen voluminöser Bass, schreiende E-Gitarre und kräftiges Schlagzeug als vereinende Basis die vibrierende Luft im Emailwerk. Das Selbstverständnis von Rocking Chair ist markig und unangepasst, nichts für Leute, die Harmonie, sondern etwas für jene, die Aufregung suchen und zwar auch körperlich spürbar.

 

So endet auch diese open stage wie alle anderen davor. Mit tollen neuen Eindrücken und der Gewissheit, dass sich in der jungen Szene wirklich etwas bewegt.

(mw)

 

 

 











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