Kulturverein Kunstbox Seekirchen - Home
NewsProgrammKulturvereinServiceLinksEmailwerk
AktuellArchiv
Archiv
12.10.09 - 18:49 Uhr

Venedig ist immer eine Reise wert


Venedig ist immer eine Reise wert. Geliebt und gehasst, belächelt und vergöttert, ein Ort leidenschaftlicher Gegensätze - so präsentiert sich eine der wichtigsten und romantischsten Städte Italiens. Alle zwei Jahre kommt zu all dem auch noch das größte Kunstspektakel Europas dazu: Die "Biennale di Venezia", im Jahr 2009 schon das dreiundfünfzigste Mal zelebriert. Eine Ausstellung, die über Millionen von Besuchern und Künstlern anzieht. Genau so ging es auch uns: Der Kulturverein Kunstbox und die Societá Dante Alighieri luden zur Kunstreise - und 46 KunstfreundInnen machten sich auf den Weg. Drei Tage lang sollten sich unterschiedlichste Menschen zusammenfinden, um die Spuren der Künste vieler Länder und Welten zu erforschen - aber auch die Küche und Vorzüge der Lagunenstadt zu genießen. Ein Experiment, das nicht immer gut geht - aber das kann man vorwegnehmen: es gelang.

 

Ein Kunstwerk könne als eine Art des Weltenmachens gesehen werden, meint Daniel Birnbaum, Kurator der diesjährigen Biennale in Venedig, um den Titel "Making Worlds" – oder auf italienisch: Fare Mondi -der 53. Biennale zu erklären. Sein Ziel sei, den Prozess der Kreation an sich in den Vordergrund zu stellen.

In diesem Sinne erlebten wir eine Ausstellung, die von 90 kreativen KünstlerInen aus aller Welt zu einer atemberaubenden Werkschau der Kreativität komprimiert wurde.

 

Ob dies nun eine eher gute oder eher schlechte Biennale war, darüber kann man endlos diskutieren, aber es stellt sich die Frage, ob angesichts einer derartigen Vielfalt eine "Durchschnitts"-Beurteilung überhaupt zulässig ist. Die Einzigartigkeit dieses Kunst-Parcours durch die Giardini besteht ja eher darin, dass man sich seine Kunstwelt selbst zusammenstellen kann. Die Pavillons spiegeln die kulturellen und mitunter auch politischen Zustände ihrer Länder wider, lassen wissen, was jeweils für richtig und wichtig erachtet wird: im besten Fall also nicht austauschbare (und geschmacklich beurteilbare) Kunstware, sondern künstlerische Positionen.

 

Diese und ähnliche Diskussionen haben wir während der drei Tage mehr als einmal geführt, die interessanteste Frage war aber, ob dieses Ländermatch der Kunst überhaupt noch zeitgemäß ist. Schließlich wächst die Welt radikal zusammen, und Kreativität ist etwas Globales, Grenzüberschreitendes. Denn Kunst ist wohl kulturell verwurzelt, aber nicht national beschränkt. Das ist an der diesjährigen Biennale- Ausstellung "Welten machen" vielfältig nachzuvollziehen.

 

Eines wurde allen schmerzhaft bewusst: Die kurze Zeit reichte nicht einmal, um die „Giardini” und das „Arsenale” umfassend besichtigen zu können, geschweige denn, die vielen anderen Trabanten-Ausstellungen in der Stadt und der Lagune zu erforschen. Doch um vom "Welten machen"

wieder auf den Boden der realistischen Größe zu kommen, führte uns der Kunsthistoriker und Kurator Riccardo Caldura von der Biennale in eine von ihm kuratierte Ausstellung auf der kleinen Insel Sant’Erasmo, wo der von Erzherzog Maximilian errichtete Wehrturm nun als Raum für zeitgenössische Kunst umgebaut wurde. Zwölf KünstlerInnen aus dem Nordosten Italiens zeigen ihre Sicht auf die Lagune und ihre Elemente.

Ein schöner Ausgleich und ein zarter Hinweis, dass auch in der Kunst der Kosmos im Mikrokosmos beginnt.

 

Mein persönliches Fazit: Eine wunderbare inspirierende Kunstreise, die viele Bilder in mir hinterlassen hat, viele neue Gesichter, viele schöne Gespräche - alles eingebettet in eine perfekt von Giorgio Simonetto organisierte Reise... (lf)

 

 

 











<- Zurück zu: Archiv