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19.10.09 - 16:38 Uhr

Sprache konzentriert


Am 16. September präsentierte Semier Insayif, Wiener Schriftsteller mit arabischen Wurzeln, seinen Roman „Faruq“. Nach eigenen Angaben eine erfundene Geschichte mit vielen biografischen Zügen.

 

Den Beginn der Lesung gestaltet Insayif mit Musik, und offenbart damit die, neben der Vorstellung seines Romans, zweite Mission des Abends. Anhand der Stimmen und Klänge berühmter Musiker aus dem arabischen Raum, bemüht sich der Autor um ein „offeneres Ohr“ für den Charakter der arabischen Welt, die sich in sehr vielen Aspekten grundlegend von der unseren unterscheidet.

Gleichzeitig zeichnet er viele Parallelen zu seiner Geschichte, in der Musik eine große Rolle spielt. Damit gelingt es Insayif das Publikum besser mit dem Wesen seines ersten Romans vertraut zu machen, in dem immer wieder das Erstaunen und die Ängstlichkeit des aus Bagdad nach Wien emigrierten Arztes zum Ausdruck gebracht wird, die der Dünger für die nie endende Fremdheit des Protagonisten sind.

 

Aber „Faruq“ ist nur zum Teil der klassische Roman des Fremden oder der Beschreibung des Lebens aus dem der Fremde kommt.

Insayifs literarische Wurzeln liegen in der Dichtung, im extravaganten Wort-Spiel und losgelösten Momentaufnahmen. So wechseln auch in „Faruq“ erzählende Texte in bester Romanmanier mit immer wiederkehrenden, zumeist überraschenden Passagen, in denen sich der Dichter tief im Unterholz eines Augenblickes vergräbt und den Leser mit in Worte gekleideten Gedankenwildwuchs bis auf das Äußerste fordert.

Lesende Bequemlichkeit lässt Insayif nicht gelten. Er reklamiert volle Aufmerksamkeit, solange die Seiten aufgeschlagen sind und erlaubt nur kurze Pausen fließender Prosa.

(mw)

 

 











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