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13.12.09 - 12:11 Uhr

Malen mit Klängen


"Es hätte keinen schöneren Jahresabschluss geben können", meinten wir am 19. Dezember 2008 nach dem ersten Gastspiel von Manu Delago im Emailwerk. Kein Wunder also, dass der sympathischen Tiroler Musiker aus London wieder eingeladen wurde. Diesmal in veränderter Besetzung: mit Georg Breinschmid am Kontrabass und Andi Tausch an der Gitarre. Die Besetzungsveränderung bewirkte eine beeindruckende Veränderung des Audrucksradius in Richtung Jazz, wobei das grenz- und

genreübergreifende Element noch immer das bestimmende in der Musik Delagos ist.

 

Die lyrisch vielschichtigen Kompositionen und Arrangements loben einen melodisch-feinfühligen Ausnahmemusiker, dessen intime Musik an tonale Koloraturen von Seelenlandschaften erinnern, in denen man sich pudelwohl fühlt. In seinen musikalischen Miniaturen malt er mit Versatzstücken aus Jazz, Kammermusik und Drum’n’Bass ein vielschichtiges, aber authentisches Bild. Die Art und Weise, wie der hochbegabte Percussionist seine oft schwebenden Balladen behandelt, wie er Dynamik zu verändern weiß, wie er Phrasen von allzu bekannten Weihnachtsliedern manipuliert, findet man nicht oft. Und die geniale Besetzung kommt dem fließend entgegen: die fließenden virtuosen Klangströme eines Andi Tausch erinnern oft an die Klänge eines jungen Pat Metheny im Duett mit Lyle Mays. Zudem die aufregenden Taktmaße eines Georg Breinschmid, der mit den klanglichen Mitteln seines Kontrabasses Geschichten zu erzählen weiß.

 

Advent, Weihnachten, Humor? Ja, gab’s auch, besonders zu erwähnen die Werbeunterbrechung mit einem gurgelnden Xmas-Zahnbürsten-Song, aber niemals nahm das weihnachtliche Element überhand - ein Trio, dass versteht, von allem immer das richtige Maß einzusetzen. Großartig.

(lf)

 

 











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