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24.01.10 - 20:04 Uhr

Da Tod is a Vogerl


Sie sind noch schwärzer geworden, noch morbider, noch raunziger und ganz bestimmt noch witziger. Mit den Strottern kam das gesungene Elend in das Emailwerk. Und eine Wehleidigkeit, bei der sogar gestandene Misanthropen noch Depressionen bekommen. Zum Schreien komisch.

 

„Sie is eam ois, nur net wichtig...“ - das passende Intro, von den richtigen Leuten. Die Strottern sind wie ihre Kleidung und ihre Texte: schwarz. Das Strottern -Schwarz hat aber feine Abstufungen und Nuancen. Es reicht von beinahe freundlichem dunkelgrauschwarz für Liebeslieder über finsterschwarz für Texte über die kleinen Sorgen des Alltags, bis hin zu absolutschwarz für Lieder über den Tod oder die Ehe.

 

Aber egal wie dick es auch kommt, erstens ist eh alles wurscht und zweitens, und das ist der wohltuende Unterschied zum Kärnterlied oder ähnlich depressivem Machwerk, es ist zum Totlachen. Ehrlich, wo finden sie so eine Atmosphäre? Da stehen zwei Männer auf der Bühne, der eine berührt, vom Gram gebeugt, mit seiner Geige fast den Boden, der andere scheint ohnehin seelisch abwesend, und davor ein Publikum, dass sich vor lachen auf die Finger beißt: Entweder bei einer Pressekonferenz der FPK oder bei den Strottern und ihren neuen Altwienerliedern.

 

Dabei machen es sich Klemens Lendl und David Müller nicht leicht. Denn das Wienerlied ist nicht nur inhaltlich kein leichtes. Aufwendige Satzstellungen, Reime, die immer an anderen Stellen auftauchen, von der üblichen Volksmusik-Symetrie keine Spur...

Die niedergeschlagene Art der Interpretation wird Nicht-Wienern ohne Schramml-Gen ohnehin nie zugänglich sein. So spielen die Strottern von Glaserl zu Glaserl, Unglück zu Unglück von verlorenen und gefundenen Lieben bis hin zur letzten Instanz auf Erden: de Blosa von da Pietät (die Begräbnismusi Anm. d. Red.).

 

Ein todheiterer Abend mit vielen bösen Lachern.

(mw)

 











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