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15.02.10 - 11:50 Uhr

Fucking Love


Im ersten Moment dachten alle, der junge Mann erzählt noch schnell einen Witz, um sich und das Publikum warm zu machen. Fehlanzeige, der Bursche bleibt auf Schiene. Der erste Beitrag bei dieser open stage am 11. Februar ist tatsächlich Musikkabarett. Das gab es noch nie. Und Martin gibt Gas. Wenn man seinen Stil beschreiben müsste, würde er irgendwo zwischen Fredl Fesl und Hans Söllner festgemacht werden. Je nachdem ob er gerade klamaukt oder bissig ist.

Da gibt es höchst amüsante Wanderlieder, Texte über fehlgeleitete Haarentferner, sogar über den grün überdachten Teil der österreichischen Dreifaltigkeit (Kirche-Schnitzel-Lagerhaus) macht er sich her. Und Martin ist wirklich witzig. Mit Gitarre und Mikro reißt er dem Publikum einen Lacher nach dem anderen aus der Hüfte. Zugabe.

 

Es folgt eine geistige Dehnungsübung für das Publikum. Das Grinsen aus dem Gesicht nehmen und die Gedanken neu ausrichten. Sam (Samantha) übernimmt Gitarre samt Mikro und – singt. Mit der jungen aber kräftigen Stimme einer 15-Jährigen erzählt sie, was Menschen in dem Alter bewegt, wie nichts anderes. Vom Kennen lernen, von Verliebtheit und den Narben, die die ersten tiefen Gefühle hinterlassen können. In den nächsten Jahren wird der persönliche Ausdruck noch deutlicher werden, aber jetzt schon lässt sich die emotionale Farbe ähnlich einer Sinead O Connor in der Stimme erkennen. Ganz Teenie wird es dann, wenn Sam eine Freundin auf die Bühne holt und beide über die „fucking love“ singen – ein Ausdruck, für den sie sich vorher noch entschuldigt (wahrscheinlich sitzen auch die Eltern im Publikum), der aber im Lied kein ordinärer Fluch, sondern ein Ausdruck des Schmerzes ist.

 

Den Abend beschließen zwei junge Herren, deren Stilrichtung im Werk schon öfter zu hören war. Mit einem hart-knackigen „No Woman No Cry“ wird gleich zu Beginn das maskuline Element des Duos und dessen Musik zementiert. Mit einem rauchig-dämmrigen Timbre geht es mal laut mal leise Richtung Ende der ersten open stage 2010 und durch ein Programm, wie es kontroverser nicht sein konnte. Danke an die grandiosen KünstlerInnen und an ein tolles Publikum.

(mw)

 











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