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21.03.10 - 13:05 Uhr

SN-Beitrag vom 21. März 2030


Seekirchen: eine unternehmerische Gemeinde:

Eine Untersuchung der Wirtschaftskammer belegt es schwarz auf weiß: Seekirchen hat pro Bewohner den höchsten Anteil an Selbständigen und Wirtschaftstreibenden. Es hat sich in den letzten 10 Jahren ein beispielloser unternehmerischer Spirit in der Gemeinde entwickelt (dieses innovative Klima fördert auch „social entrepreneuers“) – aufgezählt seien beispielhaft nur: 4 Mehrgenerationen-Wohnprojekte, einige dezentrale Energie-Erzeugungsparks, 4 Kunstshops, eine Kunsttischlerei, zwei Mode-Shops mit selbstentworfener Kollektion, ein Bioladen mit regionalen Produkten, einige Agenturen für neues Lernen und digitaler Kommunikation, ein regionaler Internetfernsehsender, eine sensationell nachgefragte Bildungswelt für Erwachsene, usw. ..... Die Ursachen für diesen Aufschwung sind noch im Dunklen, man munkelt aber, dass das im Jahr 2011 ethablierte städtische Leitmotiv „wert.voll leben“ und die vitale Schule „lernlabor + erfahrungswelt“ hier den nährboden gebildet haben. .........................................

 

 

Gefunden: ein SN-Beitrag vom 21.März 2020

 

Seekirchens Schule ist ein Lernlabor

 

.. und nicht nur das. Die Schule hat sogar zum Wirtschaftsfaktor entwickelt. Das weithin bekannte Modell erzeugt mittlerweile einen ansehnlichen Besucherstrom, der die lokale kleine aber feine Tourismuswirtschaft nährt. Und nicht nur das: die Schulgemeinschaft hat selbst einige Fremdenzimmer in angrenzenden Räumlichkeiten gebaut, die von den Studenten als Teil der Erfahrungswelt betrieben werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: sie nennen sich Studenten und Nicht mehr Jugendliche oder Schüler. Die jungen Menschen werden nicht mehr wie früher als passive Lehrstoff-Empfänger behandelt – sondern erarbeiten sich die Lernziele weitgehend eigenverantwortlich, eben wie Studenten.

Seekirchens selbstbewusste Studenten erzielen nicht nur ausgezeichnete Leistungsergebnisse, sondern scheinen auch zufriedener und glücklicher zu sein. Nicht nur, dass die Anzahl der Schülerselbstmorde konstant auf null liegt, sondern regelmäßige Befragung aller 6 – 20 Jährigen zeigt dies: 97% aller Befragten freuen sich richtig jeden Morgen darauf, in ihre Schule zu gehen! Was ist da passiert in Seekirchen ? Werden etwa Glückspillen ausgegeben ?

Im Jahre 2010 zeigt sich die Landschaft so triste wie in den meisten Orten auch: drei unterschiedliche Schulen, die kaum zusammenarbeiten, verschiedene Schulbehörden. Das Gymnasium als Eliteschule für die Kinder der sozialen Oberschicht, die Hauptschule als das Sammelbecken der Übriggebliebenen und eine große Regel-Volksschule. Zufriedenheitsstudien aus dieser Zeit gibt es keine, man wollte es vielleicht auch gar nicht wissen. Im Jahr 2011 jedenfalls, im ersten Jahr der Reformen, freuten sich nur 13% der Kinder auf den „Unterricht“ (ja, so bezeichnete man damals das Absitzen der Lernzeit). 84% der Jugendlichen und Schüler gaben an, sich über weite Strecken im Unterricht zu langweilen, 91% waren der Ansicht, dass sie „für die Schule lernen – und nicht für das Leben“.

Nicht viel besser die Zufriedenheit der Lehrer – 75% der Lehrer gaben an, sich nur von der Aussicht auf die großen Ferien täglich motivieren zu können.

Dazwischen liegen höchst intensive Begegnungen und Diskussionen, hitzige Debatten, Steikdrohungen von Lehrern, dann auch von Schülern, mehrere Besetzungen des Büros des amtsführenden Landesschulratspräsidenen Drossel, Mediationen – und zunehmend dann konstruktive Entwicklungszeiten, in denen die Grundfesten der neuen Schule geschaffen wurden. Und alle haben gewonnen !

In Seekirchen gibt es nur mehr eine Schule der 4 – 20 Jährigen. Altersgerecht werden einzigartige Lernumgebungen angeboten, die in produktiver Zusammenarbeit von Pädagogen, Eltern und Wirtschaftstreibenden geschaffen werden. Die pädagogischen Prinzipien mussten nicht mehr neu erfunden werden, die Helene-Lange-Schule Wiesbaden und dutzende andere hatten sie zuvor schon mit Leben erfüllt. Neu war die Allianz von Gemeindepolitik, Eltern und Schule, um diese positive Vision zu erreichen ......

(jf)

 











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