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27.04.10 - 14:30 Uhr

Unfair, aber wahr!


Es mag nicht ganz fair sein, wenn man ein Konzert mehrerer KünstlerInnen in der guten Absicht besucht, eine umfassende Rezension zu schreiben und dann nur über eine Künstlerin berichtet. Andererseits, was ist eine Rezension wert, wenn sie alles gleichmäßig schön schreibt?

 

Vorausgeschickt sei, dass die Qualität dieser open stage am 22. April wieder eine Steigerung im Gesamtverlauf dieser Konzertreihe bedeutete, wenngleich bei hoher Songwriting- Qualität die performativen Fähigkeiten beim einen oder der anderen noch Entwicklungspotenzial aufweisen. In diesem Sinne schreibe ich heute eine Rezension über jenen Act, der mir an diesem Abend am besten gefallen hat - das muss zulässig sein.

 

Einundzwanzig Uhr dreißig, zweiter Programmpunkt: Stagesetting ein Mikro, ein Stuhl. nur*julie betritt die Bühne, kurze verbale Vorstellung, kein Anflug von Schüchternheit, Dialekt (lungauerisch, wie sich später herausstellen sollte). Erste Nummer. Wenn sie singt, dann dreht sie ab in ihre eigene Welt. Ist man bereit, ihr dorthin zu folgen, in ihre lebensechten Song-Stories, dann spürt man, dass hier eines der aufregendsten Nachwuchstalente der Singer/Songwriter-Zunft am Werk ist. Dass es ihr um den Ausdruck ihrer Kunst geht, um Musik, um Poesie, um Herz und Seele. Intime, wunderbare Texte, die genau auf den Punkt eine sehr konzentrierte und genaue Beobachtungsgabe – auch der eigenen Gefühle – offenbaren, eine perfekte Gitarrenführung und eine selbstbewusst gefühlsbetonte Stimme machen nur*julie zu einem Gesamtkunstwerk dieser Musikgattung. Ja, natürlich könnte man einwenden: es gibt so Viele davon, gerade im weiblichen Teil dieser Szene hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel getan, aber:

Muss man schon beim ersten Konzert, das Besondere, das dieser Künstlerin anhaftet, benennen können? Nein, finde ich - aber die nächsten Monate und Jahre werden es ans Licht bringen.

 

Dass an diesem Abend so viele Leute ins Emailwerk gekommen sind, um sie zu hören, das freute nur*julie aufrichtig. Und natürlich auch, dass bei der Gelegenheit etliche Fans neu gewonnen werden konnten. Ihr wäre es zu gönnen, dass sich ihr Name und ihr außerordentliches Talent noch weiter herumsprechen. Vielleicht können wir ein wenig mithelfen.

(lf)

 

 

 

 











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