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31.05.10 - 10:46 Uhr

A cappella3 | Tag 3 | Tonalrausch


Der 29. Mai 2010 bekommt einen rot angestrichenen Eintrag in die Emailwerk A-cappella-Chronik. Tonalrausch ist eine Ausnahmeerscheinung mit Gänsehautanspruch. Punkt.

 

Superlative haben die unangenehme Eigenschaft, dass Sie kaum zu überbieten sind. Wer Sie zu oft verwendet, und vor allem zu unmotiviert, findet sich bald in die verbale Ecke gedrängt wieder. Das lernt jeder Journalist in der ersten Klasse. Ein vier mal geschriebenes „das Schönste...“ lockt selbst beim geneigtesten Leser nach dem fünften Mal nur noch ein mattes Gähnen aus der tiefen Kehle.

 

Also halten wir uns an die Tatsachen.

Überlautes Klatschen, Beifallspfiffe und –rufe, bereits nach der ersten Nummer der Formation Tonalrausch. Ein äußerst harmonischer und völlig unangestrengter Gesamtklang flutet über die Zuhörer. Wir hören „Hard Days Night“ von einer Bühne, die mit fünf überdurchschnittlich talentierten SolistInnen besetzt ist. Das Publikum ist – ohne Übertreibung – hingerissen. Bei den Damen findet sich eine wundervolle Jazzstimme (Diana Labrenz, Alt), die vor Energie nur so funkt. Sie findet in der herzergreifenden und sinnlichen Sopranstimme von Alexandra Gruber eine zweite Hälfte, die ineinander greifen wie Yin und Yang.

 

Erzengel Gabriel (Fuhrmann) greift sich indes mit seiner sanften und zugleich sehr präsenten Tenorstimme die Herzen der Zuhörerinnen – keine wehrt sich.

Mehr auf das körperliche zielt der vibrierende Bass von Bandmanager Daniel Barke. Immer wieder füllt er das Auditorium mit wummernder, aber feinfühliger Vokalperkussion und kitzelt die Bauchfelle mit seinen warmen Tiefen.

 

Dagegen kann man die akzentuierte Baritonstimmen von Matthias Knoche als (klingt komisch, aber wer es gehört hat, weiß was gemeint ist…) intellektuell bezeichnen. Nicht faserschmeicheln sondern prägen ist seine Domäne.

Das alles zusammen macht aus Tonalrausch, um es einmal ganz schnörkellos zu sagen, eine überdurchschnittliche gute A-cappella-Formation. Und ganz bestimmt eine der besten (Achtung! Superlative!), die je im Emailwerk gehört wurde. Aber, um das nicht so unbewiesen stehen zu lassen: der immer wieder aufbrandende Applaus, die vielen Rufe und schließlich auch die superlativen Statements einiger Gäste zeigen deutlich, der Abend mit Tonalrausch war ein Vokalerlebnis, wie man es nur sehr sehr selten zu hören bekommt. Einfach großartig.

(mw)

 

 











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