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22.11.10 - 11:21 Uhr

Kinderlied an der Zeit


Die Inhalte von Kinderliedern sind von der Zeit ihrer Entstehung geprägt. Es gibt Kinderlieder die erzählen vom Krieg, andere zielen mit erhobenem Zeigefinger auf pädagogische Ziele, manche ältere Lieder sind von gar grober Natur. Beispiel gefällig?

 

Eia Bobaia, schlag 's Gikkelche tot,

's legt mer kan Eier und frißt mer mei Brot.

Eia Bobaia, was rappelt in Stroh?

's Kätzche is g'storbe, das Mäusche is froh.

 

Immer aber spiegeln auch Kinderlieder wider, was die Erwachsenen in der Entstehungsepoche beschäftigt hat. Es wäre sehr interessant zu hören, was eine Mutter aus dem Neandertal ihrem Spross vorgesungen hat. Ging es da um eine Mammutjagd? Um den Glanz der Sterne die mangels Luft- und Lichtverschmutzung irre gestrahlt haben mussten?

 

Bei RatzFatz und Bänd ging es jedenfalls auch um sehr zeitgemäße Themen. Der allmorgendliche Stress war so eines. Wo sind meine Schuhe? Wo ist die Hose? Wer zieht mich an? Und überhaupt...

 

Ebenfalls das Zeug zum modernen Klassiker hat das Schicksal der armen Tante Hermine. Die ist immer und überall für jeden da. Hunderte zerren an ihr, wollen und brauchen, bis Hermine krank wird. Hermine geht zum Arzt (EUR 100,-) zieht die Notbremse, schaltet alles ab (auch das Handy) und fährt auf Urlaub. Im echten Leben leider die Ausnahme. Das Heischen nach Anerkennung bis hin zur Aufopferung wird nach wie vor für viele Erwachsene zur Imagefalle.

 

Das RatzFatz_Programm „Was klappert in der Kiste…?“ ist zeitgemäß wie kein zweites. Die Liedermacher Hermann Schwaizer-Riffeser und Frajo Köhle interpretieren ein paar Schwachstellen der modernen Familie mit soviel Humor und hinreißend gespielt, dass man von echtem Kinderkabarett sprechen kann. Und die Kleinen zerkugeln sich auf ihren Sitzpolstern. Ebenso die Großen in den hinteren Reihen. Viel Witz und die kindgerechte Inszenierung sind ein gnädiger Spiegel für viele kleine Alltagsverfehlungen, gegen die wir gewohnheitsbedingt fast machtlos sind.

 

Dass der Begriff Rastaman von rasten kommt, war eben so Vielen neu, wie der Onkel Mastablasta – der oberste aller Rastamänner. Mit einem jou-jou-jou nach bester Reggaemanier bringen RatzFatz die Kinder zum Tanzen und die Eltern zum mitsingen. Hände gehen auf und nieder, es wird gesungen geklatscht und viel gelacht - die Atmosphäre im Emailwerk ähnelt jener eines riesigen Kindergeburtstagsfestes. RatzFatz macht Spaß – JOU!

(mw)

 

 











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