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26.03.11 - 14:24 Uhr

Bauchhören


Ab und an trifft man auf KünstlerInnen und Bands mit dem gewissen Etwas. Die interne Suche, was denn dieses Etwas sein könnte, dass da so präsent auf der Bühne wirkt, führt zumeist ins Nirgendwo. Es ist ein Gefühl, die Summe aller Eindrücke, die am Hirn vorbei direkt in den Bauch gehen und sich deshalb auch nicht so akkurat ausdrücken lassen, wie wir das gerne wollten.

 

Sabina Hank darf so ein Etwas ihr eigen nennen. Klar, Sie darf auch eine wundervoll ausdrucksstarke Stimme ihr eigen nennen, in der man manchmal meinen könnte, ein wenig Aretha Franklin herüberlachen zu hören. Und ihre Fähigkeiten am Instrument sind desgleichen großartig. Aber das Etwas, dass die Zuschauer bei der Duo-Premiere der CD „Liebesfarben“ im Emailwerk in ihren Bann gezogen hat, entspringt einer viel weniger greifbaren und dennoch alles überflutenden Quelle.

 

Was genau es ist? Keine Ahnung! Aber es durchdrang die Bauchdecke wie Seidenpapier. Gerade so als ob sich die manchmal beinahe ekstatische Energie, mit der Hank ihre Songs aus Seelentiefen ins Bühnenlicht jagt, wie ein wildes Tier auf das Publikum stürzt.

 

Für diese Art Charisma fand Hank in Tom Reif nicht einen, sondern DEN Partner für „Liebesfarben“. Reif wittert den Empfindungsausschlag auf Hanks Skala, bevor er passiert, was die beiden auf der Bühne zu Seelengefährten macht. Die für das Auge sichtbare Unbeschwertheit, mit der Reif auf seiner Gitarre die Hände tanzen lässt, steht diametral zur Komplexität und verzierenden Reichhaltigkeit des Hörbaren. Mutmaßlich eine gängige Charakteristik von brillanten MusikerInnen.

 

Das Erlebnis Hank, Reif und „Liebesfarben“ ist eine Bereicherung für jeden Bauchhörer, mit Sicherheit.

(mw)

 











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