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18.04.11 - 10:03 Uhr

Ich kam in eine Bar...


...und da war Kieran Halpin. Und ich hatte das Gefühl, es war schon immer so und es könnte nie anders ein.

Die Gitarre in seiner Hand ist so selbstverständlich, wie das Pint in der Hand eines Gastes, wie das Tablett des Kellners mit Guinness-Aufschrift, wie die Dart-Scheibe an der Wand. Sobald Halpin zu singen beginnt, ist Feierabend. Man hört zu, plaudert mit Freunden, genießt jeden Moment. Seine volle, warme Stimme schafft eine geborgene, unheimlich sympathische Atmosphäre, der man sich voll und ganz hingeben kann. Der Gitarrensound von Halpin, als auch von seinem kongenialen Begleiter Jimmy Smith zeugt in seiner unerschütterlichen Sicherheit von den vielen Jahren Bühnenerfahrung der beiden Musiker und Sänger. Das Unwiderstehliche dabei, und das ist eine Eigenart vieler britischer als auch irischer Musiker, ist, dass sie ihre in hunderten Auftritten erworbene Perfektion am Instrument nur selten dazu verwenden, irgendwelche irrwitzigen instrumentale Kunststücke vorzuführen, wie wir es von vielen anderen Größen gewohnt sind. Halpin und Smith schaffen stattdessen Nähe zum Publikum und seelenstreichelnde Atmosphäre. Sie binden die Zuhörer in die Geschichte ihrer selbstgeschriebenen Songs ein, indem sie bei ihnen bleiben, statt sich auf irgendwelche musikalisch sophistischen Pfade zu versteigen, auf die ihnen niemand folgen kann. Anders gesagt, man darf einfach da sitzen, zuhören, sich fallen lassen und mitgehen oder träumen, je nach Lied. Und man verlässt den Saal oder die Bar – und fühlt sich einfach gut.

(mw)

 











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