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12.06.11 - 19:07 Uhr

Am Ufer vereint


Die nunmehr dreijährige „Suche nach der Inspiration des Ufers“ hat einen ersten Hafen erreicht. Die fünf AutorInnen, die in den vergangenen drei Jahren einen Teil ihres literarischen Werkes den Launen des herbstlichen Wallersees überantwortet haben, finden ihre Texte, eingebettet in Bilder und Stimmungen, die praktisch zeitgleich mit ihren Zeilen geboren wurden, wieder. Obwohl beide – die Wörter und die Bilder, nichts voneinander wussten, schmiegen sie sich auf den Seiten der 2. Anthologie „Erzählte Landschaft“ aneinander, als wären sie ein und dasselbe Schnittmuster in verschiedenen Stoffen.

 

 

 

Demnach war die Präsentation der Anthologie „Erzählte Landschaft“ am 10. Juni im Emailwerk auch der erste öffentliche Auftritt eines wunderschönen Text- und Bildbandes, mehr aber war es das Ende einer begleiteten, dreijährigen Reise durch die atmosphärischen und gewachsenen Verstecke des Wallersees und der Landschaft, in die er eingebettet ist. So ist die Anthologie weniger ein Buch, als ein Stück Reisegepäck, in dem die wechselnden Inhaber den Extrakt der seit Jahrtausenden unveränderten Kraftplätze und Energiemeridiane zusammengetragen haben. Die Chronik der Kreativität eines Ortes.

 

 

 

Ganz egal, wie unterschiedlich sich die Gedichte und Geschichten der fünf Wallersee-AutorInnen auf der Zunge des Lesenden anfühlen, allesamt schwingen sie im tiefen, sanften Energieniveaus des Sees. Auch während der Präsentation der Anthologie, in deren Rahmen die AutorInnen zum ersten mal alle zusammengekommen waren, um aus ihren Werken zu lesen, schimmerte die hintergründige See-Verbindung durch die sonst heterogenen Stile. Und selbst die vielen Kunstwerke, die nunmehr Wetter und Zeit entrissen, ein beständiges Dasein auf den Seiten gefunden haben, wer sie betrachtet fühlt, wie die Handflächen zu kribbeln beginnen und den fast unwiderstehlichen Drang, die Hände tief in weiche Erde zu stecken – mit Blick auf den See.

 

 

 

Die geheimnisvolle Atmosphäre des wörterreichen Bilderbuches ist freilich kein hingezaubertes Stelldichein. Die AutorenInnen und LandArt-KünstlerInnen gaben ihr Bestes, um dem unerschöpflichen kreativen Reservoir der Landschaft Form und Wirkung zu verschaffen. Darüber hinaus bedurfte es aber auch unendlich viel Arbeit um dieser uferlosen Fülle auf dem bescheidenen Platz weniger Seiten ein Ufer und Raum zu geben. Eine Arbeit die Leo Fellinger mit so viel Kunstfertigkeit, Hingabe und Geduld zu Papier gebracht hat.

(mw)

 

 











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