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28.11.11 - 09:15 Uhr

Vom Mädchen in der Frau


Irmie Vesselsky kam mit Ihrer Begleitung Nicoletta auf die Bühne, setzte sich und spielte. Das Publikum atmete einmal tief aus und war fortan nicht mehr zu hören.

 

Dieser Zweizeiler genügt im Grund um den Abend zu beschreiben. Vesselsky führt auf der Bühne ein zweistündiges Doppelleben. Ihre Lieder sind gefüllt mit der tiefen Zärtlichkeit und der bedingungslosen Hingabe einer Frau, die in diesem Moment genau das lebt, was sie spielt. Ihre warme Stimmfarbe und die charakteristische Weise, mit der Sie viele Wortenden leicht aber doch hörbar im Halsansatz zerfließen lässt, erinnern oft an den Weltstar Tori Amos, wobei Vesselskys Virtuosität am Klavier eine Klasse für sich ist. Trotzdem die Grenze zwischen Gesang und Klavier ineinander zerfließt und das eine ohne dem anderen nicht vorstellbar ist, bleibt das Instrument immer einen Hauch hinter Ihrer Stimme und sorgt so dafür, dass der mitreißende Ausdruck in Vesselskys Stimme besonders schön zur Geltung kommt.

 

Zwischen den Stücken tritt Irmie ins Scheinwerferlicht. Etwas nervös zu Beginn, aber mit der einnehmenden Unbeschwertheit eines verträumten Mädchens plaudert, nein plappert sie mit dem Publikum, als würde sie mit ihrem Lieblingsstofftier den vergangenen Tag besprechen. Die Verbindung zwischen Irmie und Frau Vesselsky ist die entwaffnende Offenheit, die es auch dem Publikum erlaubt, sich ihren Liedern vom ersten Moment an vorbehaltlos zu öffnen.

 

Genau in dieser Offenheit und Echtheit, die Vesselsky in ihren Liedern und im Gespräch vermittelt, liegt wohl auch der Grund, warum ihre musikalischen Botschaften zu Hause von der CD ebenso stimmig funktionieren, wie live im Konzertsaal. Man fühlt sich als Zuhörer einfach gut aufgehoben, vergisst das Rundherum und wehrt sich kein bisschen gegen die aufkommenden Emotionen.

(mw)

 











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