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03.12.11 - 19:02 Uhr

Achtundsiebzig Minuten Ausnahmezustand


Achtundsiebzig Minuten Ausnahmezustand im Emailwerk, anders kann man das Weihnachtskonzert von Niniwe am 2. Dezember nicht betiteln.

 

Achtundsiebzig Minuten hüllten vier Frauenstimmen das Publikum in ihren wohlig warmen, klaren und ungekünstelten A-cappella-Gesang. Das dritte Mal waren sie nun schon zu Gast, die vier Sängerinnen aus Berlin, Winnie Brückner, Lena Sundermeyer, Caroline Krohn und Hanne Schellmann - allesamt Weltklasse-Stimmen, die mit bestechend ungewöhnlichen Arrangements (die meisten von Winnie Brückner) alle Stilrichtungen und Genres ihrer ganz persönlichen Musikauffassung unterwerfen.

 

Das Beste aus bislang zwei Weihnachtsalben brachten sie zu Gehör, darunter viele neue Advent- und Weihnachtslieder, aus Deutschland, Schweden, Frankreich, Österreich und überhaupt aus der ganzen Welt.

 

Vom ersten Moment des Konzertes an hatten die vier das Publikum auf ihrer Seite, weil sich von der Bühne ausgehend eine Atmosphäre ausbreitete, die man als schwebende Klänge wahrnahm, wie nicht von dieser Welt. Ohne Anstrengung und federleicht füllten die Stimmen den Raum bis in den letzten Winkel, Stimmen, manchmal unschuldig wie die von Kindern, vibratolos und sanft, dann wieder fordernd und bestimmt, aber nie schrill und laut, Pianissimi, bei denen man nicht zu atmen wagte, und dies alles zu einem einzigen Instrument verwoben.

 

Nach einem Konzert wie diesem geht man mit anderem Anspruch nach Hause, man will ab sofort auch andere Dinge hören, sehen und fühlen, vor allem mehr als dieses ganze Mittelmaß, das uns gerade in der Adventzeit so uninspiriert umgibt. Wenn Niniwe einen Dienst an der Menschheit leistet, dann ist es dieser. Hier werden Herzen, Seelen und Hirne berührt.

(lf)

 











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