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15.01.12 - 11:05 Uhr

Berückende Intensität und höchste Perfektion


Was soll man als Veranstalter davon halten, wenn die Konzertsaison 2012 mit einem Superlativ beginnt? Heißt das, der Höhepunkt ist schon vorbei, das Beste des Jahres hat man schon gehört? Oder bezeichnet dies den Beginn eines unglaublichen Konzertjahres?

 

Die Bühne war eigentlich zu groß für ein Duo, der Raum war es nicht.

Lylit vulgo Eva Klampfer, die Singende, das wunderbar unprätentiöse Ausnahmetalent, mit glasklarer Stimme, absolutem Gehör und ansteckendem Lachen. Matthias Löscher, der Gitarrespieler, viele Lehrmeister mit klingenden Namen, die ihre Spuren nur im Wachstum der musikalischen Persönlichkeit des Jazzgitarristen hinterlassen haben, nicht aber in seinem eigenwilligen und unverwechselbaren Stil.

 

Die beiden füllten den Raum von der ersten Sekunde an mit einer Atmosphäre, die nur durch Musik entstehen kann, eigentlich nur dann, wenn Freunde musizieren. Dieser Eindruck der Intimität sollte sich im Laufe des Konzertes prägend durchsetzen.

 

Lylit und Löscher verzichten in diesem Programm auf all das, was sie spielend beherrschen - Jazzstandards überzeugend zu interpretieren. Sie haben den schwereren Weg gewählt: Das Publikum von ihren Eigenkompositionen zu überzeugen, Werke, die sich in der Schnittstelle von Jazz, Songwriting und Elektronik bewegen. Jede der Nummern besticht durch seine hohe Eigenständigkeit, die Varietät des Gitarrespiels eines in sich versunkenen Matthias Löscher und den facettenreichen Einsatz von Lylits Stimme. Die Lieder füllen spielend die Bandbreite von Avantgarde bis Erzählung, die Geschichten wirken echt, innig und werden von Lylit mehr gemalt denn gesungen. Es sind musikalische Geschichten von berückender Intensität, die nach und nach ihren Zauber verbreiten.

 

Ich war beim vielleicht besten Konzert des Jahres im Emailwerk dabei.

Das ist doch was.

(lf)











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