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21.01.12 - 11:22 Uhr

Anleitung zum Flaschenmusizieren


Der prall gefüllte Saal des Emailwerks leerte sich ungewöhnlich schnell, nachdem der tosende Applaus für das „GlasBlasSing Quintett“ verklungen war. Viele der staunenden Gäste waren sofort nach Hause geeilt, um das, was sie an diesem Konzertabend gesehen und gelernt hatten, sofort in die Tat umzusetzen. Denn: alle Instrumente, die die fünf sympathischen Wahlberliner mitgebracht hatten, finden sich auch in jedem anständigen Haushalt (Stimme inklusive). Die unzähligen Flaschen, Bierkisten, Gebinde, Gläser kreativ und musikalisch sinnstiftend einzusetzen, kann doch nicht so schwer sein!

 

Mitnichten. Der Sicherheitsbeauftragte des Emailwerks möchte dringend darauf hinweisen, dass die Beschäftigung mit diesen "Instrumenten" nicht ungefährlich sein kann - Finger können in Flaschenöffnungen verschwinden, Gläser bei allzu exzessiven Reiben brechen und auch das zwingend notwendige Leeren der Flaschen in Form hastigen Trinkens könnte die Leber beschädigen. Vor Beginn der Experimente sollte man unbedingt die Website "Physik für Kids" aufsuchen (http://www.physikfuerkids.de/lab1/versuche/glasmu/index.html

und www.physikfuerkids.de/lab1/versuche/flamusik/index.html).

 

Dann käme auch noch eine fundierte Ausbildung in percussiven Fächern dazu, denn die Vorlage von Flaschedrummer Möhre war gewaltig. Er machte aus leeren Wasserspendergebinden eine Bassdrum, eine Djembe und, und, und. Aber die Beats kamen nicht nur von ihm - die anderen mimten mit den Bierkisten die Trommlergruppe einer ganzen Sambaschule.

 

Bestechend war auch die Vielfalt, sowohl in der Zusammensetzung der Instrumente, als auch in der Wahl der Songs. Gassenhauer wechselten sich ab mit Eigenkompositionen, dazwischen launige Gags, permanente Bewegung auf der Bühne - von choreografiert bis betont chaotisch, von stimmgewaltigen Chorarrangements bis erzählerischen Soli - alles war erlaubt. Es waren die unerwarteten Kontraste, die diesen Abend zu einem speziellen Erlebnis machten.

 

Fazit bzw. Empfehlung an alle Nachahmer: Auch Sie können Flaschenmusik produzieren, am besten so, wie es Peter, Möhre, Frank, Fritze und Endie gemacht haben. Die führten als Straßenmusiker in Berlin erste Testläufe durch, zogen den nächsten Jahren dann durch die wichtigsten Fußgängerzonen Deutschlands bis nach Belgien, Frankreich und Holland, mehr in missionarischer Absicht. Sie bereisten die Lande, den Recycling-Gedanken tief verinnerlicht, um den Menschen Mut und Freude einzuhauchen und sie auf den GlasBlasSing Quintett-Leitidee einzuschwören:

 

„Durch dieses Land muss ein Schluck gehen!“

 

 

P.S.: Für all jene, denen diese Karriere Vorbild genug ist, sie wirklich nachzuahmen, haben wir vor dem Emailwerk ab sofort ein Plätzchen zum Straßenmusizieren reserviert. Die Instrumente sind an der Bar erhältlich....

(lf)

 











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