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22.01.12 - 10:51 Uhr

Heimkommen


Peter Ratzenbeck gastierte nach mehr als 15 Jahren wieder im Salzburger Seenland. Für viele seiner Fans, die ihm seit Jahrzehnten treu sind, war das wie ein Heimkommen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen des Publikums- und er enttäuschte sie nicht. Mit seinen faszinierenden Klangräumen und der erstaunlichen expressiven Musikalität eröffnete der sympathische Wahl-Waldviertler aus Graz den neuen Gitarrenschwerpunkt "Guitar Styles" im Emailwerk Seekirchen.

 

Es gibt nicht mehr viele Gitarristen, die das "Fingerpicking" noch beherrschen: Mit dem Daumen "pickt" der Gitarrist den Bass, mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand zupft er Begleitakkorde und Melodien. Diese Spieltechnik entstand eigentlich durch die Übertragung des Wechselbasses der Ragtime-Pianisten auf die Gitarre in den 1920er-Jahren, die Wiederentdeckung in den 1960ern und 1970ern. Genau in dieser Zeit sammelte Peter Ratzenbeck Erfahrung und Geld als Straßenmusikant in Österreich, Deutschland, England, Schottland und Irland. Eine gute Schule, wie er selbst meint. Mittlerweile gilt er fast als eine Art Vaterfigur der Fingerpicking- Szene, denn wohl keine der aufstrebenden Musiker der Fingerstyle-Szene kann seinen großen Einfluss verleugnen.

 

Peter Ratzenbeck ist ein Gitarrenvirtuose (der Beiname "Mr. Fingerpicking" hat sich schon fest in allen Köpfen verankert) und gehört zum Besten was Europas Konzertbühnen zu bieten haben. Ein Konzert-Review über ihn zu schreiben bedeutet für den Rezensenten von vornherein Wiederholung, denn es gibt kein Lob, das noch nicht ausgesprochen wurde. Kein Wunder, tourt der umtriebige Musiker doch Jahr für Jahr durch die Lande, gibt mehr als 70 Konzerte und vermittelt sein Wissen in 20-30 Workshops. Doch dies ist nicht der einzige Grund. Peter Ratzenbeck ist eine Ausnahmeerscheinung, der in das Klischee von heimischer Provenienz und Prominenz nicht so recht zu passen scheint. Er ist ein Musiker zum Anfassen, bodenständig und völlig frei von Starallüren.

 

Peter Ratzenbeck entführte im Emailwerk sein Publikum auf eine ganz persönliche Reise durch seine Welt. Und diese Welt ist leiser geworden, feiner, gefühlsbetonter. War es noch vor einigen Jahren das dynamisch Perkussive, das treibende Fingerpicking, heute beweist Ratzenbeck, dass er auch ein virtuoser Meister der großen melodischen Linie und der weiten Spannungsbögen ist. Und so vielseitig das Repertoire Ratzenbecks auch ist, das Melodiöse irischer Musik blitzt immer wieder auf in seiner Spielweise.

 

Peter Ratzenbeck hat viele Freunde auf dieser Welt, seine besten sind wahrscheinlich seine Gitarren. Beim Spiel scheint er mit ihnen zu verwachsen, manchmal spricht er auch mit ihnen. Seinem Publikum bescherte er einen wunderbaren Abend voll fingerfertiger Meisterleistung, mit seinem besonderen Charme füllte er die für das Zwischenstimmen genützten Pausen mit humorvollen und zeitweise haarsträubenden Anekdoten.

 

Das nächste Konzert mit Peter Ratzenbeck in Seekirchen ist schon fixiert (19.1.2013), ebenso ein Workshop von 19. bis 20. Jänner 2013.

Details und Anmeldemöglichkeit folgen im Laufe des ersten Halbjahres

2012 auf www.kunstbox.at.

 

(lf)

 

P.S.: 1997 gastierte Peter Ratzenbeck schon einmal in Seekirchen. Die Flachgauer Nachrichten schrieben damals folgendes über das Konzert:

 

Besucherrekord bei Ratzenbeck - Konzert

 

Peter Ratzenbeck "unplugged" im neuen Seekirchner Gemeindezentrum "Mr. Fingerpicking" Peter Ratzenbeck begeisterte kürzlich im neuen Gemeindezentrum Seekirchen 200 (!) Konzertbesucher mit temperamentvollen Ragtimeklängen und gefühlvollen Instrumentalballaden.

 

Er kam, sah und packte seine Verstärkeranlage gleich wieder in den Kofferraum seines Landrovers. Die Akustik im Foyer des Gemeindezentrem sei phantasisch und ein Konzert "unplugged" spielen zu können, sei trotz seiner 100 Konzerte im Jahr eine Seltenheit. Mag man über die Architektur des neuen Gemeindezentrums uneinig sein, was aber die Akustik und Atmosphäre des mit Glas überkuppelten Foyers betrifft, hätte dieser Abend so manchen Zweifler überzeugen können.

 

Der Abend blieb voller Überraschungen: Die Organisatoren der Kulturinitiative Seekirchen staunten nicht wenig, als statt den erwarteten 100 Besuchern zweimal soviel in das Foyer drängten und sich selbst dann nicht abschrecken ließen, als nur noch Stehplätze zur Verfügung standen.

 

Der Autodidakt Peter Ratzenbeck ist gebürtiger Grazer und komponiert, arrangiert, improvisiert und interpretiert seit über 20 Jahren. Der im Waldviertel ansässige Musiker produzierte bereits 11 Soloalben, gibt im Jahr um die 100 Konzerte und veranstaltet Gitarrenworkshops. Trotz seines Erfolges ist er ein sympathischer, bescheidener Mensch geblieben und versteht es exzellent, zum Publikum sofort Nähe aufzubauen und es mit seinen kurzen Anekdoten zwischen den Nummern auch verbal zu unterhalten.

 

 

 

 

 











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