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25.03.12 - 10:49 Uhr

Ein brennender Wunsch nach Veränderung


"Mehr Demokratie. Aber wie?" lautete der Titel der ersten "BoxTalk"- Veranstaltung im Kulturhaus Emailwerk, veranstaltet von Kulturverein Kunstbox und Attac Flachgau. Ein durchwegs hochkarätiges Podium hatte sich eingefunden, um den Zustand der Demokratie in Österreich auf den Prüfstand zu stellen. Wolfgang Radlegger, ehemaliger Landeshauptmannstellvertreter und Autor des Buches: „Vom Stillstand zum Widerstand“, Mitbegründer von MeinOE, Astrid Rössler, Landtagsabgeordnete und Grünen-Chefin in Salzburg, Reinhard Schwabenitzky, Autor und Regisseur, Unterstützer von MeinOE, Wilfried Rogler, Vertreter des Salzburger Modells für direkte Demokratie und Johanna Griesmayr, Politikwissenschaft-Studentin diskutierten, moderiert von Bernhard Baumgartner, Modelle der Direkten Demokratie.

 

Einigkeit konnte darüber erzielt werden, dass Demokratie einen hohen Wert darstellt, der jedoch vernachlässigt und „vorausgesetzt“ werde.

Eine lebendige Demokratie gehöre immer gepflegt, und sie sei auch veränderbar. Mehr Direkte Demokratie, auf Grundlage von verbindlichen Entscheidungen kann Antworten auf die sogenannte Politikverdrossenheit bieten. Astrid Rössler appellierte an das Publikum, sich tiefer zu informieren, was für die BürgerInnen schon heute alles möglich ist, um sich mehr in demokratische und politische Prozesse einzubringen.

 

Wenig Übereinstimmung gab es bei den Inhalten des geplanten Volksbegehrens zur Stärkung der direkten Demokratie der Initiative MeinOE. Auch die von Wolfgang Radlegger leidenschaftlich vorgetragenen Inhalte konnten das Podium nicht umstimmen - zu umfangreich, zu verwirrend seien die vielen Details. Wilfried Rogler forderte eine klare Konzentration auf das Wesentliche. Die Jüngste am Podium, Johanna Griesmayr, verblüffte durch klare Statements und leidenschaftlichen Vortrag - sie verwies auf das steigende Engagement in Jugend und StudentInnenschaft. Vor allem aber erinnerte ihre Anwesenheit an die Dringlichkeit von Veränderungsprozessen, denn ihre Generation wird davon - je nach dem - profitieren oder auch nicht.

 

Einige Fragen blieben naturgemäß offen - die wachsenden Gegensätze zwischen Politik, Gesellschaft und Ökonomie, die zu einer Spaltung in der Bevölkerung führen, ein „Mehr an Demokratie“ erzwingt einen Bruch mit dem aktuellen Politikverständnis, wo soll man anfangen - top down oder bottom up usw., usw. Leider war kein lokaler Politiker oder Politikerin der Einladung auf das Podium gefolgt, doppelt schade, denn die größten Chancen der Direkten Demokratie liegen sicherlich im lokalen Bereich.

 

Alles in allem eine spannende Diskussion, an der sich das Publikum heftig beteiligte. Was atmosphärisch blieb nach dem Ende der Diskussion? Ein brennender Wunsch nach Veränderung.

(lf)











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