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01.04.12 - 12:21 Uhr

Eine Reise ins A-cappella-Land


Mit einem tonalrauschenden Fest gingen am letzten Märztag die vierten A-cappella-Tage im Emailwerk Seekirchen zu Ende. Es war ein geografischer Aufriss eines musikalischen Genres, das vielfältiger nicht sein konnte - von Ost bis West, in der Mitte Musik von daheim.

 

Aber - um dem ersten Adjektiv gerecht zu werden, beginnt der Chronist mit dem Westen. Wo aber liegen Leipzig und Berlin eigentlich?

 

Eigentlich im Nordwesten, von Seekirchen aus gesehen. Aus diesem Teil Europas kommen auf alle Fälle "Tonalrausch", eine der außergewöhnlichsten und musikalisch perfektesten Formationen, die die A-cappella-Szene seit der Erfindung von „The Real Group“ und „Bauchklang“ hervorgebracht hat. Zum zweiten Mal waren sie schon zu Gast im Emailwerk, schon 2010 tat sich der Chronist des Kulturvereins schwer, die Superlativen seiner Rezension im Zaum zu halten. Gut so, denn sie sind noch besser geworden die fünf VokalkünstlerInnen: Alexandra Gruber, Diana Labrenz, Gabriel Fuhrmann, Friedrich Rau und Daniel Barke leben ihre Passion - das Singen im Ensemble - in einer Bandbreite von leidenschaftlich bis zart, von Jazz bis Volksweise. Sie sind allesamt perfekte SolistInnen, die sich den unfassbar komplexen Klangarrangements unterwerfen, die allesamt aus der eigenen Feder stammen und mit einer Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippen daherkommen. Diese Stimmen, diese Verschmelzung zu einem Gesamtklang und der gezielte Einsatz perkussiver Laute spielen in einer Liga, in der sich ganz Wenige aufhalten dürfen.

 

Die musikalische Reise von Ost nach West machte Halt in Seekirchen, die kleine Stadt im Salzburger Seenland ist vor allem durch eine aktive chorische Szene bekannt. Die umtriebigste Formation ist wahrscheinlich "StimmLos", acht Sänger, alles Amateure, die sich seit mehr als 15 Jahren dem A-cappella-Gesang widmen. Ein ganz neues Programm hatten sie mitgebracht, der klingende Titel "Schlagerparade" ist die angemessene Beschreibung für ein Repertoire, das sich von Quinn bis Queen bewegt, nicht nur Schlager also, sondern Hits und Welthits. Ein heißer Konzertabend in einer kühlen Märznacht, ein restlos ausverkaufter Saal und eine gelungene Premiere, die am 6. Oktober im gleichen Haus wiederholt werden wird.

 

Den Eröffnungsabend bestritten vier Damen aus dem Osten, die aus Wien im "kleinen Schwarzen" angereist waren. "Die Harmonixen" - Astrid Krammer, Claudia Meller, Eva Kumpfmüller und Rita Peterl wiederholten ihr Programm "Von reizenden Verhältnissen" – eine sprühende und mitreißende Performance mit Zitaten aus den 20er, 30ern und 40ern des letzten Jahrhunderts. Ohne Verstärkung, alles unplugged. Das Publikum war hin und weg ob der musikalischen Perfektion und der humorvollen Inszenierung. (Anmerkung des Chronisten: es gibt unter www.kunstbox.at eine Rezension 2011 - der ist nichts hinzuzufügen).

 

Alles in allem: drei wunderbare Konzerte, großartige musikalische Erlebnisse wie tolle Stimmen, reinste Intonation, rhythmische Präzision und viel Witz zogen unweigerlich jeden Zuhörer in ihren Bann. Begeisterung auf allen Ebenen.

(lf)











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