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09.06.12 - 11:38 Uhr

Noch eine Mélange, bitte!


Für jemanden, der die französische Sprache nicht beherrscht, war das Konzert der zwei Salzburger Gruppen "Libertango" und das "Lebeau-Trio" zwar ein Ohrenschmaus, aber die vielen Geschichten, die das Chanson zu erzählen hat, konnte man nur erahnen. Mir, dem Schreiber dieser Zeilen, erging es so. Den einzige Begriff, dessen ich mir sicher war, hatte ich Wikipedia entnommen: das Wort Mélange ist eine Abstraktion zu méler und bedeutet im Allgemeinen so viel wie „Mischung“. Das Wort steht aber auch als Synonym für eine „Vermischung, Verschmelzung, Kreuzung, Mixtur“ etc. verschiedenartiger Dinge oder Stilarten. So geschehen im Emailwerk. Chanson meets Tango. Und Jazz. Und Blues. Und....

 

Wobei das Chanson die Nase vorne hatte. Ich habe die Lieder nicht gezählt, aber Französisch als dominierende Sprache des Abends wahrgenommen.

 

Der Geschichtenerzähler Eric Lebeau verbreitete stets einen atmosphärischen Zauber, von dem man sich gerne gefangen nehmen ließ und entführten in eine schwüle Pariser Nacht. Seine charakteristische Stimme vermischte sich mir dem Kolorit gebendem Akkordeon, exzellent gespielt von Sigrid Gerlach-Waltenberger, die Einzige, die beiden Trios angehört und in beiden Welten zu Hause ist.

 

Damit jeder die Melancholie und Nachdenklichkeit der Chansons nachvollziehen konnte, gab es vor den Liedvorträgen Informationen von Pianistin Leonore von Stauss, die, so bescheiden sie auch wirkte, einen virtuosen Klangteppich lieferte und den Zauber des Bar-Pianino- Klangs voll zur Geltung brachte.

 

Am Kontrabass werkte eine vollends entfesselte Sabine Linecker, es war kaum zu glauben, mit welcher Leichtigkeit sie die Saiten anzupfte, die Distanzen auf dem Griffbrett zurücklegte, Intervalle erklingen ließ und dabei niemals die Intonation auf der Strecke blieb. Eine Meisterin ihres Fachs.

 

So wie auch Michael Brandl an der Gitarre. Sein Spiel ging direkt in die Seele, egal welches Genre er gerade bespielte. Ob Tango, Chanson oder Gypsy-Jazz - er vermittelte ein ursprüngliches und pures Musikerlebnis und bereitete mit seinen Improvisationen allen anwesenden Gitarrenfans ein Fest.

 

Fazit: "Libertango" und "Lebeau-Trio" begeisterten im fast vollen Haus mit mitreißender Musik und servierten dem Publikum einen großartigen Zusammenschnitt ihres Schaffens aus 16 Jahren, sie entwarfen poetische Bilder in einem erfrischenden, mitreißendem Charme, was das Publikum in eine Mischung von Rührung und Raserei versetzte.

„Noch eine Mélange, bitte!“

(lf)











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