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16.11.12 - 14:33 Uhr

Auf der Suche nach Glauben


Karl sucht seinen Bruder Kurt. Kurt ist weg. Spurlos verschwunden. In Luft aufgelöst. Futsch. Und Karl beweist Bruderliebe. Schon allein beim Fliegen. Denn Karl hat ein bisschen Angst vor dem Fliegen. Noch dazu mit einer Airline, dessen Pilot während des Fluges nach Irland dauernd makabre Scherze zum Besten gibt.

 

Schon bald stellt sich heraus, dass die Suche nach Kurt eine Suche des Glaubens ist. Im Taxi, im Pub, in der irischen Landschaft – überall begegnet Karl äußerst eigenartige Gesellen, die mit verwobenen Hinweisen und seltsamen Geplapper alles andere als hilfreich sind. Es sei denn – es sei denn, Karl beginnt zu glauben. Zu glauben, dass Irland mehr ist als Moore und Hügel, dass das stille Volk kein Hirngespinst ist und es die Elfen wirklich gibt. Und dass sein Bruder nicht spurlos verschwunden ist, sondern sich vielmehr mit den Elfen eingelassen hat.

 

Das von Mathias Schuh erdachte Bühnenformat, bestehend aus einer Mischung aus Leinwandcomic und Schauspiel, ist wie geschaffen zum fesselnden Erzählen. Während Karl, wundervoll gespielt von Matthias Schuh selbst, seinem Bruder auf der Fährte ist, begleiten ihn die anderen Protagonisten als hinreißend dargestellte Zeichentrickfiguren, deren Präsenz gerade so intensiv gewählt wurde, dass sie den Schauspieler niemals übertüncht. Vielmehr schafft sie den nötigen, bereits nach wenigen Minuten völlig realistisch wirkenden, Raum für den Mimen und seine gezeichnete Gefolgschaft.

 

Die Wirkung der Inszenierung setzt sofort ein. Die Kinder im Saal rutschen noch eine Minute auf den Sitzen hin und her, dann wird es völlig still. Alle beobachten gebannt, wie Karl von einem irischen Wunderort zum nächsten gelangt. Erleben den Moment, an dem Karl zu glauben beginnt und zum ersten Mal seiner Schutzelfe Elvira ansichtig wird, die ihn schon seit langer Zeit begleitet. Und sie sind dabei, als Karl endlich seinen Bruder findet, der aus Liebe zu einer Elfe selbst vom Elfenkompott kosten möchte, um sich damit selbst in eines der geflügelten Wesen zu verwandeln.

 

Der Haken – Kurt und Karl sind eineiige Zwillinge. Sobald Kurt sich in einen Elfen verwandelt, wird Karl dasselbe Schicksal zuteil. Furchtbar? Schrecklich? Oder vielleicht doch der Wendepunkt auf den auch Karl im Herzen schon immer gewartet hat?

 

Mathias Schuh spielt die Figur des Karl so lebendig, echt und dabei so kindgerecht, dass sich die Kinder im Zuschauerraum nicht entziehen können. Lautstark spornen sie Karl an, der „alten Haut“ den Rücken zuzuwenden und sich einem neuen, langen Leben als Elfe zuzuwenden. Und Karl hört auf sein Publikum…

(mw)

 











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