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26.01.13 - 11:42 Uhr

Genau solche brauchen wir!


Als Jazzgitarrist war Wolfgang Muthspiel, während seines rund 15jährigen Amerikaaufenthalts, das, was man eine fixe Größe nennt. Sein Hang zur elektronischen Musik und seine Grenzgänge zwischen Jazz und Pop sind zwei seiner Markenzeichen.

Mit dem 2012 entstandenen Programm „Vienna Naked“ fügt er noch das Singer-Songwriter Genre hinzu. Die Gäste im Emailwerk hörten eine fein ausbalancierte Mischung aus diesen drei musikalischen Säulen – sehr zu ihrem Gefallen.

Eine überaus faszinierende Seite an Muthspiels Gebaren an den Gitarren ist seine virtuose Unauffälligkeit. Dort, wo andere Gitarristen mit verzerrten Gesichtern und zuckenden Oberkörpern die Schwierigkeit ihrer Stücke vor dem staunenden Publikum noch einmal unterstreichen müssen (oder wollen), bekommt Muthspiel nicht einmal ein Jucken unterm Hemd. Er spielt einfache Riffs mit derselben Gelassenheit wie diabolisch schwierige und schnelle Melodien und man muss als Zuhörer höllisch aufpassen, dass man das Licht Muthspiels nicht unter dem Scheffel sucht, unter den er es selbst manchmal stellt. Aber es ist gerade diese feinfühlige Understatement, die seine Musik so eindringend und ihn als Musiker außerordentlich sympathisch machen.

Auch als Sänger verfolgt Wolfgang Muthspiel das Prinzip „ich bin Musik und nicht Show“. Seine Stücke sind gefühlsecht, authentisch und in keiner Weise überzogen. Er sagt, was er denkt. Klar, direkt, deutlich – für jene die zuhören können. Showfreaks bleiben auf der Strecke. Das Publikum dankt es ihm von Herzen mit Unmengen Applaus. Und wer in der Pause und nach dem Konzert seine Lauscher an der Bar auf Empfang stellte, konnte jede Menge herzergreifendes Lob für Wolfgang Muthspiel und „Vienna Naked“ einfangen.

Lieber Wolfgang, wir sagen ein aufrichtiges Danke für den tollen Abend und - bis bald.

(mw)

 











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