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03.03.13 - 20:04 Uhr

Das Beste.


Ein begeisterungsfähiges Publikum erlebte bei der Geburt des "Best of Musikum"-Konzerts einen fulminanten und unbeschwerten Musikgenuss. Schon bei der Eröffnung beeindruckten junge MusikerInnen mit 3 Sätzen des Werkes "Rikudim" von Jan Van der Roost.

 

Das zwölfköpfige Klarinettenensemble überraschte die Zuhörerschaft mit einem farbigen, facettenreichen und geradezu phänomenal voluminösen Orchesterklang. Unter der Leitung von Karl Strohriegl brachten sie die Charakteristik ihrer unterschiedlichen Instrumente voll zum Ausdruck.

 

Wer glaubte, es gäbe nur am Anfang und am Ende des Konzertes mitreißende musikalische Ausdruckskraft, der wurde beim zweiten Auftritt eines Besseren belehrt. Ein Stück von Vivaldi stand auf dem Programm. Für Blockflöte. Böse Zungen behaupten ja, Vivaldis Flötenkonzerte seien eigentlich Violinkonzerte, denn der Meister hat beim Komponieren die Notwendigkeit des Atemholens für Flötisten völlig ignoriert. Aber diese Herausforderung nahm die erst 11 Jahre junge Susi Knoch wie einen barocken Fehdehandschuh auf. Die brillante Technik, bei der sich große Bandbreite von Artikulationsmöglichkeiten dieses Instrumentes entfaltet, faszinierte die Zuhörerschaft. Das Zusammenspiel mit dem begleitenden Ensemble war in jeder Beziehung perfekt und präzise in Intonation und Dynamik.

 

Der dritte Akt war ähnlich überraschend. Der junge Moritz Aigner (begleitet von Alathea Hölscher am Klavier) bewies eindrucksvoll, was man aus Blech alles herausholen kann.

 

Dann ging es Schlag auf Schlag: Theresa Gierlinger und Johanna Aichriedler brachten am altersschwachen Pianino (Hinweis für potenzielle Sponsoren!) des Emailwerks Mozart vierhändig zu Gehör - mit Leichtigkeit und höchster Präzision.

 

Nach der Pause begann die Stunde der Profis, der Lehrerinnen und Lehrer des Musikum, die zwar mit einer selbstverständlichen Sicherheit alle erdenklichen Register zogen, aber natürlich beim Sympathiebonus der jungen MusikerInnen etwas zurücklagen - kein Wunder, war doch der Mama/Papa-Oma/Opa-Anteil bei den Besuchern schier übermächtig. Dennoch, auch musikalische Reife hat etwas Bestechendes.

 

So eroberten Pal Paulikovic (Gitarre) und Georg Hölscher (Violine) mit berührender Spielkultur und tiefem musikalischen Ausdrucksvermögen die Herzen des Publikums ebenso wie Eva Moser-Reitsamer (Gitarre) und Margit Pramhaas (Querflöte).

 

Dann füllten die Klänge des Jazzklaviers den Raum. Peter Kolmhofer bewies, dass sich auch eine Komposition von Freddy Mercury in die vielen klassisch geprägten Darbietungen einfügt - mehr noch - überzeugen kann. Jonathan Hauser folgte mit einer Eigenkomposition auf demselben Instrument (das alte Pianino - Hinweis für potenzielle Sponsoren!). Ein Erlebnis für alle Sinne, ein hochsensibles und feines Spiel prägte den Auftritt, Hauser kann seinen Ton bis ins Allerfeinste abstufen, aber auch beim Kräftigsten nie grob zu werden. Dies ist nur bei Künstlern mit echter innerer Präsenz zu finden.

 

Die Klarinette hatte zwei Auftritte an diesem Abend, "That´s a Plenty" hieß das Stück von Lew Pollack, das von Manuela Perlinger, Verena Lausenhammer, Christina Maier, Ferdinand Aichriedler und Herbert Kersch interpretiert wurde. Dieses Ensemble überzeugte die Zuhörerschaft durch hohe Spielkultur, klangliche Homogenität und musikalische Ausdruckskraft.

 

Das fulminant gespielte Finale von Johannes Eder am Schlagwerk löste stürmischen Beifall aus, unfassbar, wie komplex und tiefgründig das Werk des erst 1980 geborenen Komponisten Georgi Varbanov anmutete.

 

Alles in allem: Begeisterung ist ansteckend - und so verkündete Musikum-Direktor Harald Sowa die Fortführung dieses "Best of"- Debuts. Zu Recht, denn gewiss klang den BesucherInnen dieses wunderbaren Konzertes die erlebte Musik noch lange in den Ohren nach.

(lf)

 











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