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24.03.13 - 16:04 Uhr

Schweißtreibendes Afrika


"Haben Sie noch irgendwo einen Stuhl für mich?", war die meistgestellte Frage vor Beginn des Debut-Konzertes "African Spirit" am vergangenen Samstag im Emailwerk.

 

Doch kaum hatten die MusikerInnen die Bühne betreten, hielt es keine(n) mehr auf den Sitzplätzen, der Rhythmus sprang sofort in die Beine und das Publikum merkte schnell, dass "Musik aus Afrika" sich anders ereignet als bei den meisten anderen Konzerten. In diesem Sinne war ein Stehplatz die beste Ausgangsposition für den Sprint auf die Tanzfläche vor der Bühne. Die anderen reckten ihre Hälse, um die anmutige Sängerin Kany Kante sehen zu können, die selbstvergessen mit ihren kleinen Füßen aufstampfte und dabei mühelos den Rhythmus der Trommler traf.

 

Die Trommeln, der Puls dieser Musik, ließen die ZuschauerInnen eintauchen in ein Stück völlig ursprüngliches, echtes, unverfälschtes Afrika. Die MusikerInnen vermittelten feurig ihre afrikanische Heimat, die Schweißperlen auf der samtig glänzenden schwarzen Haut waren nicht nur den südlichen Temperaturen im Emailwerk geschuldet. Und da ja im traditionellen Afrika grundsätzlich in der Gemeinschaft musiziert wird, schwitzte das Publikum begeistert mit.

 

"Irgendwie haben ja auch wir den Rhythmus im Blut", meinte eine Afrika-erfahrene Zuhörerin, "denn vor fünftausend Jahren wurde auch in Europa getrommelt, das beweisen erst kürzlich entdeckte Tanzspuren". Man sollte aber auch nicht vergessen, dass zur Zeit des Calvinismus Trommeln verboten war, es wurde darin etwas Animalisches und daher Teuflisches gesehen. Wer also unter Calvin beim Trommeln oder Tanzen erwischt wurde, musste eine Busse bezahlen.

 

Mit all dem konnte an diesem Abend aber Bandleader und Djembe-Virtuose Aboubacar Ladji Kante gar nichts anfangen. Gemeinsam mit seiner Band lieferte er mit elektrisierenden Trommelrhythmen westafrikanische Musik vom Klang-Furioso bis zur Ekstase. Auch die Breite an Klangmöglichkeiten der Musik aus Mali, Guinea und dem Senegal schien an diesem Abend unerschöpflich.

 

Ein wunderbarer Start in eine sicherlich erfolgreiche Zukunft einer außergewöhnlichen Band, aber auch in jene des gleichnamigen Vereins der energiegeladenen und unermüdlichen Eva Mück. Kompliment!

(lf)

 











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