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26.04.13 - 18:28 Uhr

Ein historischer Moment


Sie klingt vertraut und gleichzeitig faszinierend-fremd, die Musik des Ensembles ALMA. Vielleicht, weil sich in dieser Musik so manches tummelt, was der herkömmlichen Volksmusik im Laufe der Jahre abhandengekommen ist. Da geht es nicht um die quellenkritische Bearbeitung historischer Vorgaben, sondern um ein frisches Gemisch von traditioneller Musik und neuem Klangverständnis. "Wir wollten einen eigenen Klang schaffen", meint Julia Lacherstorfer, Mastermind der Gruppe. Dass das gelungen ist, stellten sie beim Eröffnungskonzert des neuen Formats ECHT im Emailwerk Seekirchen eindrucksvoll unter Beweis.

 

Streichinstrumente treten einfühlsam in einen spannenden Dialog mit diatonischer Harmonika und Stimmen, bisweilen meditativ, aber auch schwungvoll bis feurig. Die Instrumente sind so echt wie möglich, das nennt man in der Popmusik "unplugged", und im Unterschied zur landläufigen Volksmusik wird hier professionell und im Wissen um die Herkunft der Vorlagen musiziert. Da ist kein Platz für den bierernst trachtengekleideten Volksmusikanten. Diese fünf erfrischenden Geister pflegen eine Volksmusik, die zugleich sehr alt und sehr modern ist. Sie wissen die alten Traditionen mit modernem Musikverständnis zu verbinden und mit eigenen Melodien fortzuführen. Ein absoluter Genuss für Leute mit offenen Ohren und tanzfreudigen Beinen (auch das wurde an diesem Abend seitens der Zuhörer unter Beweis gestellt).

 

Was das Publikum an jenem denkwürdigen Abend erleben durfte, war völlig unverfälschte Leidenschaft und virtuose MusikerInnen, die sich durch nichts von ihrem Vorhaben, volksmusikalisch im besten aller Sinne zu wirken, abbringen lassen. Ob nun Matteo Haitzmann seiner Geige wildeste Klänge entlockt oder Marie-Theres Stickler ihre Diatonische Harmonika wie eine E-Gitarre rockt (Zitat: Manfred Baumann), immer entstehen besondere Momente, auch, oder besonders dann, wenn zu den bereits erwähnten Musikerinnen auch noch Evelyn Mair dazukommt und die drei auf atemberaubende Weise A cappella singen.

 

All das führte zwangsläufig zu Standing Ovations, der unersättlichen Zugabensucht konnten sich die MusikerInnen nur durch Flucht in die Bar entziehen. Spielend, versteht sich. Dort ging es dann weiter: der grenzgeniale Bassist der Gruppe, Johannes Eder, jammte dann mit ECHT-Kurator Alexander Maurer und Emailwerk Technikchef Jakob Guggenberger. Die erste "echte" Volksmusik-Jam-Session in der Geschichte der Emailwerk-Bar, in der bis weit nach Mitternacht noch einige andere Musiker einsteigen sollten.

Ein historischer Moment.

(lf)











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