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12.07.13 - 13:06 Uhr

Keine Experimente – nur schön


Mäßig begabte Künstler scheuen manchmal die Breitenliteratur, weil sie dadurch vergleichbar werden. Sie tarnen sich und suchen ihr Heil im Experimentellen und damit Unvergleichbaren.

 

Lalá tarnt nicht. Lalá ist mit seinem Programm „Alles hat seine Zeit“ auch nicht experimentell. Lalá macht sich damit vergleichbar. Und Lalá ist einfach nur schön. Der Vergleich macht sie sicher!

 

Lalá ist damit ein sehr gutes Beispiel, dass man sich als A-cappella-Formation der Breitenliteratur problemlos nähern kann, wenn man einfach richtig gut singt und echtes Rhythmusfeeling hat. Gleich das erste Stück „Fine Knacks For Ladies“ gehört zur Grundausstattung für Vokalensembles. Die Version von Lalá macht große Augen beim Publikum. Erste Bravo Rufe.

 

In dieser Manier geht es weiter. Mit einer exquisiten Mischung aus Vocals und Beatboxing feuert Lalá (Ilia Vierlinger – SOPRAN, Julia Kaineder – MEZZOSOPRAN, Peter Chalupar – TENOR, Mathias Kaineder – BASS) einen genialen Satz nach dem anderen in das begeisterte Publikum. Darunter mit „Can You Feel The Love Tonight“ und „Can’t Help Falling In Love“ zwei Pop-Arts die jeder kannte, aber kaum jemand schon so berührend gehört hat.

 

Himmlisch herrlich und ganz feine Besonderheit der Formation ist der Umgang mit leisen Passagen und Songs. Egal wie flüsternd es wird, die Stimmen der vier Sängerinnen und Sänger bleiben präsent, als hätte man einen Kopfhörer auf. Das Publikum war stellenweise so mitgenommen, dass auch der anschließende Applaus leise war, um den Moment nicht zu stören, dafür aber ewig dauerte.

 

In kurzen Moderationen erklärt Lalá, dass es für alles eine Zeit gibt. Eine Zeit zu lieben, eine Zeit zu sterben, eine Zeit „wo‘s einfach passt“ und auch eine Zeit zum Loslassen. Letzteren Zeitabschnitt beschrieben die vier KünstlerInnen mit zwei Chansons (eines davon das Hennengeschrei „Il Est Bel Et Bon“) die jede einzelne Ohrmuschel im vollen Emailwerk zur Ekstase trieb.

 

Statt einer Pause brachte Lalá im Übrigen das Publikum zum Singen. „Don’t Worry Be Happy“ hieß das Kommando von der Bühne und es gab keinerlei bescheidene Zurückhaltung seitens des Auditoriums.

 

Den weiteren Abend gestaltete das Quartett ebenso vielfältig wie Unterhaltsam. Klassische Chorliteratur, Pop, Volksmusik - es sprudelte nur von der Bühne in die Reihen der verzückten Gäste. Und ständig spielte Lalá mit der ganzen emotionalen Breite von witzig-humorvoll-temperamentvoll bis traurig-nachdenklich-betrübt. Nach den Textzeilen „Hoffnung kimmt – Angst vageht – wenn ma vorm – letzt‘n Weg steht“ fühlte man sich für einige Augenblicke ganz alleine im Saal. Aber so wie es im Leben auch ist, ging es danach großartig weiter…

(mw)

 











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