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13.07.13 - 12:00 Uhr

Über den Umgang mit Feen


o-ton vocal days - zweiter Tag. Zweites Konzert. Schwerer Boden. Hinterlassen von einem österreichischen Ausnahmeensemble - Lalá. Das Publikum, von denen rund die Hälfte entschieden hatte, beide Konzerte zu besuchen, diskutierte bereits im Vorfeld, ob das erste Konzert noch zu toppen sein würde. Eine Frage, die sich nur in einem sportlichen Umfeld stellt - im Bereich der Musik gibt es einen anderen Weg: Man macht etwas ganz anderes. So auch Kongero - vier Stimmwunder aus Schweden. Vier junge Frauen, die traditionelle schwedische Volkslieder interpretierten. Und dies a cappella. Eine Liebesbeziehung zwischen Tradition und Moderne.

 

Emma Björling, Lotta Andersson, Anna Wikenius und Lovisa Liljeberg bringen Harmonien zum Glänzen, ihre unterschiedlichen Stimmqualitäten weben einen Klangteppich aus nordischer Folklore, permanent wechselnd zwischen zarten Melodien und einer lebhaft rhythmischen Polyphonie, die ihre Wurzeln in den schwedischen Tänzen hat. Und obwohl diese nicht von besonders hohem Tempo geprägt sind, gerät das Herz des Zuhörers in Schwingung. In eine ganz sanfte aber nur, denn diese Musik ist eine bewusst herbeigeführte Entschleunigung. Für jene, die Schweden bereits ein- oder mehrmals bereist haben, entstehen Landschaftsbilder im Kopf, man spürt diese schwedische Melancholie, die Zerrissenheit des Gemüts zwischen Sonne und Finsternis. Ein skandinavischer Soundtrack, ein Hymne an einsame Schönheit, Trolle und Feen.

 

Die glockenhellen Stimmen der vier unterstützen diesen Effekt. Klar wie ein Bächlein klingen die Stimmen, harmonisch und perfekt, der Herzschlag scheinbar synchronisiert zu einem Puls. Das wirkt auch auf das Publikum. Nach einem knapp zweistündigen Konzert ist der Puls ganz langsam, jeder Bluthochdruck verschwunden. Nach der letzten Zugabe - ein Wiegenlied - fühlt man sich von feengleichen Stimmen eingelullt und in eine Fabelwelt hineingezogen. Doch das gehört ja zu den besonderen Risiken beim Umgang mit Feen…

(lf)

 

 











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