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15.09.14 - 12:28 Uhr

Earth-Pop


Willee steht für die gute alte Popkultur. Handgemacht, direkt, musikalisch perfekt und ohne ablenkende Schnörkel. Die Texte berichten oftmals vom tiefsitzenden Weltschmerz und der damit einhergehenden Ohnmacht des Beobachters. Manchmal lautstark angeprangert, manchmal einfühlsam betrauert. Die Songs der drei Herren von Willee, Willy Hackl (Gesang, Cajonset, Gitarre), Christoph Lauth (Gitarren, Gesang) und Alex Meik (Kontrabass, Gesang) gehen ins Ohr und hallen dort lange nach.

 

Die perfekte Beherrschung ihrer Instrumente erlauben es Willee, ihre musikalischen Botschaften nach bester Singer-Songwriter-Manier direkt ans Publikum zu schicken. Keine elektronischen Filter werden vorgespannt, keine ablenkenden Bühnenacts verwässern die Message. Damit bilden Willee eine der wenigen verbleibenden Inseln des echten Pop-Rock, wie er vor 40 Jahren seine Hochblüte erlebte. Und obgleich der Sound als auch die Texte (allesamt in Deutsch, bzw. deutscher Mundart) höchst eigenständig sind, durfte man während des Konzerts durchaus ab und zu an den wütenden Rock eines jungen Springsteen oder die Melancholie eines Dylan denken, durch die heimische Sprachausrichtung mit etwas Hardbradler-Einschlag verschnitten.

 

Hackl, Lauth und Meik sind keine abgehobenen Wanderprediger auf Pop-Kreuzzug. Die drei hervorragenden Musiker machen einfach keinen Hehl daraus, dass sie auf ihre Songs stehen und ebenso gerne auf der Bühne sind, um ihre Leidenschaft mit dem Publikum zu teilen. Und mehr braucht es nicht für einen beseelten Konzertabend!

 

Der Auftritt von Willee nährte die Hoffnung, dass dieses Genre, dem durch unzählige, kantenlos-angepasste Öd-Klimperer zum einen und durch mainstream-formatierte Radiosender zum anderen so schwerer Schaden zugefügt wurde, wieder auf echte Musikerohren zur Nachahmung stößt. Es gibt viel zu wenige Willees zurzeit.

(mw)

 











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